Chef ohne Spielpraxis

Jürgen Berger zur Bundesliga-Rückkehr von Sami Khedira

Von 
Jürgen Berger
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Im Idealfall ist Hertha BSC mit der Verpflichtung von Sami Khedira ein absoluter Volltreffer gelungen. Der Weltmeister von 2014 bringt alle Tugenden mit, um die von ihm erwartete Chefrolle beim Krisen-Club auszufüllen. Mentalität, Erfahrung, Führungsfähigkeiten – alles passt. Auch an seiner sportlicher Qualität besteht kein Zweifel – allerdings nur dann, wenn der Körper des 33-Jährigen mitmacht.

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Deshalb begleiten den Last-Minute-Transfer große Zweifel. Der Schwabe, der immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde und vor zwei Jahren am Herz operiert werden musste, kommt in den vergangenen 14 Monaten gerade einmal auf 30 Pflichtspiel-Minuten! Er wird also ein Chef ohne Spielpraxis sein, der sofort als Anführer im Abstiegskampf funktionieren muss.

Die Fitnessfrage hat Khediras Wunschwechsel zu Premier-League-Club FC Everton verhindert, jetzt ist Berlin seine letzte Chance, um sich nach einem Jahrzehnt bei absoluten Weltklasse-Vereinen noch einmal beweisen zu können. Dieser Ehrgeiz, der dem Stuttgarter Meisterspieler eine grandiose Karriere ermöglichte, verdient den größten Respekt – unabhängig vom Ausgang des Hertha-Projekts.

Redaktion Sportredakteur