Chance auf Quantensprung

Hans-Jürgen Emmerich zum Breitbandausbau

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Hans-Jürgen
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Das schnelle Internet kommt, aber es kommt nur sehr sehr langsam. Das kreiseigene Breitbandprojekt Fibernet hinkt seinem Zeitplan hinterher. Damit bleibt auch in den kommenden Jahren ein Glasfaseranschluss bis ins Haus die Ausnahme. Nur an wenigen Stellen können sich private Haushalte derzeit einklinken.

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Der Rechtsanspruch auf schnelles Internet ist zwar zum Greifen nah, aber auch er wird den allermeisten nicht wirklich weiterhelfen. Denn im Gesetzgebungsverfahren ist er so verwässert worden, dass er allenfalls die weißen Flecken auf der Landkarte der Internetversorgung beseitigen kann. Komfortables Surfen, Videokonferenzen, Schule von zuhause aus, all das lässt sich damit nicht garantieren, schon gar nicht mit wachsenden Ansprüchen.

Vor diesem Hintergrund steht Edingen-Neckarhausen aktuell vor einem regelrechten Quantensprung. Denn hier will ein privater Investor auf eigene Kosten Glasfaser bis in jedes Haus verlegen. Ein Ziel, das zwar auch der Kreis verfolgt, von dem er aber noch Jahre oder gar Jahrzehnte entfernt ist.

Alles, was dem Pilotprojekt in Neckarhausen jetzt noch fehlt, sind 200 Haushalte, die bis zum Stichtag bestellen. Die Tarife dafür sind fair, Kosten für den Anschluss entstehen nicht. Die Menschen haben es selbst in der Hand, ob die Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit kommt oder nicht. Wenn sie sich jetzt dagegen entscheiden, müssen sie unter Umständen sehr lange auf eine zweite Chance warten.