Besser mal verzichten

Von 
Joana Rettig
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Nein – das wird keine Aufforderung zum Veganismus oder Vegetarismus. Das wird keine Verurteilung von Menschen, die Produkte aus tierischen Erzeugnissen essen. Es wird ein Appell an die Vernunft. Wir müssen aufhören, die Bauern zu erpressen.

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Wir, das sind die Verbraucher. Wir alle wollen unsere Lebensmittel billig, lecker, aber gleichzeitig gesund und aus guter, nachhaltiger Landwirtschaft. Wow – ganz schön widersprüchlich, wenn man das so liest. Dass irgendwer den Preis dafür zahlen wird, sollte jedem klar sein.

Fleischkonsum stagniert

Wenn sich Menschen gesundes, nachhaltiges Essen nicht leisten können, liegt es mit an der Regierung, etwas dagegen zu tun. Entweder mit einer stärkeren Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft oder der Unterstützung der Haushalte. Aber die Hauptverantwortung liegt bei uns, den Konsumenten.

In Gesprächen, davon können Vegetarier ein Lied singen, geben Menschen gern mal an, wenig bis gar kein Fleisch zu essen. Der Blick auf Statistiken zeigt aber: von wegen. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in Deutschland schwankt seit Jahrzehnten zwischen 63 und 60 Kilogramm. Warum essen so viele täglich Wurst, Schnitzel, Gulasch, Hack? Teures Bio-Fleisch kann man sich in diesem Maß nicht leisten. Das muss man auch nicht. Man kann nämlich auch mal verzichten. Und etwa nur jeden zweiten, dritten, vierten Tag Fleisch essen.

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Ein weiterer Punkt: Was ist uns das Essen wert? Es ist nicht nur der Fleischpreis, der Bauern ins Rödeln bringt. Kartoffeln, Mais, Getreide, Spargel – wir geben nicht mehr viel dafür aus. Nur 14 Prozent unseres Einkommens. Landwirte fordern zu Recht, dass wir unseren Fokus wieder auf die Ernährung richten.

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