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Autos müssen früher CO2-ärmer werden

Detlef Drewes findet, Autos müssen viel früher CO2-ärmer werden – dafür braucht es neue Technologien für synthetische Kraftstoffe und Motoren

Veröffentlicht
Kommentar von
Detlef Drewes
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Es sind erstaunliche Zahlen, die da im Vorfeld des Klimapaketes der Europäischen Kommission die Runde machen. Dass die Ära der Verbrennungsmotoren auf unseren Straßen zu Ende geht, ist absehbar. Dies haben sogar inzwischen die großen Autobauer und Verbände registriert. Sollte die Brüsseler Behörde tatsächlich in der nächsten Woche vorschlagen, ab 2035 keine Neuwagen mehr herzustellen oder zuzulassen, die einen Diesel- oder Benzin-Antrieb unter der Haube haben, würde das niemanden überraschen.

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Vielleicht liegt das auch daran, dass es ein noch bequem weit entferntes Ziel ist, um bedrängend zu wirken. Und genau das ist das Problem. Glaubt man den Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), werden im Jahr 2030 noch 421 Millionen Verbrenner auf den Straßen der 27 Mitgliedstaaten unterwegs sein. Da diese Autos einen Lebenszyklus von zehn Jahren haben, wird der Großteil auch noch 2040 fahren. Für den Klimaschutz ist das nicht einmal dann ein Trost, wenn man eine weiter rapide zunehmende Zahl von Elektroautos annimmt.

Es wäre falsch, sich allein auf die schleichende Umstellung von Benzin oder Diesel auf Strom zu verlassen. Gebraucht werden weiter neue Technologien für synthetische Kraftstoffe und herkömmliche Motoren, damit sie deutlich früher CO2-ärmer werden. Alle Beteiligten wissen, dass ein schneller Umstieg auf E-Autos derzeit nicht verkraftbar wäre. Es muss erstens sichergestellt werden, dass sie mit nachhaltig gewonnener Energie „betankt“ werden. Zum anderen verfügen selbst die führenden Staaten in Europa über keine brauchbare Infrastruktur.

Zu Schnellladestationen gibt es zwar viele Ideen, auch Absichtserklärungen von großen Konzernen, die ihre Parkplätze entsprechend ausstatten wollen. Zu sehen ist davon bisher nur wenig. Es bleibt ein entscheidender Punkt. Denn anders als bei vielen anderen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die Politik in der Frage des Autoverkehrs allein auf die Verbraucher angewiesen. Sie entscheiden, wie lange sie auf einen Verbrennungsmotor setzen wollen oder wie schnell sie bereit sind, dem E-Motor zu vertrauen.

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Korrespondent

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