Ausbauen statt abziehen

Peter W. Ragge ist für Erhalt der Reiterstaffel der Polizei

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Peter W. Ragge
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Mannheim. Das von CDU-Politiker Thomas Strobl geführte Ministerium entscheidet, ein SPD-Landtagsabgeordneter protestiert. Man könnte das als das typisches Wahlkampfgeplänkel abtun, schließlich sind in knapp acht Wochen Landtagswahlen. Aber die Sorge um die Reiterstaffel der Polizei ist kein Wahlkampfgeplänkel, zumal es ähnliche Diskussionen auch schon unter dem SPD-Innenminister Reinhold Gall gab. Das Problem liegt tiefer.

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In Stuttgarter Ministerien gibt es einen permanenten Drang zum schwäbischen Zentralismus. Der Landesrechnungshof hätte alle Polizeireiter gerne unter einem Dach, in der Mitte vom „Ländle“. Und das Innenministerium will die Mannheimer Einheit zumindest nach Bruchsal zur dortigen Bereitschaftspolizei holen, obwohl man dort aufwendig neu bauen muss. Mannheim ist im Kopf vieler Ministerialbeamten einfach viel zu weit weg.

Dabei ist es völliger Unsinn, ausgerechnet bei den Reiterstaffeln mit Wirtschaftlichkeit zu argumentieren. Jeder Polizeipraktiker weiß, dass zehn Pferde bei Demonstrationen so deeskalierend und respekteinflößend wirken, dass sie eine Hundertschaft an Beamten ersetzen. Streifen hoch zu Ross gelten als höchst effektiv – weil sie viel mehr sehen und gesehen werden.

In Bayern will man die Reiterstaffeln daher ausbauen. Neben München und Rosenheim wurde schon ein weiterer Standort in Nürnberg geschaffen. Das wäre auch für Baden-Württemberg der bessere Weg als die Pferde aus Mannheim, wo sie oft wertvolle Dienste leisten, abzuziehen.

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