Aufholjagd

Thomas Spang über Joe Bidens Sieg in South Carolina

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South Carolina hat Joe Biden nicht nur den ersten Sieg bei Vorwahlen in seiner Karriere beschert, sondern auch seine bereits totgesagte Wahlkampagne wieder zum Leben erweckt. Mit einem Vorsprung von knapp 30 Punkten vor Bernie Sanders darf sich der frühere US-Vizepräsident als „Comeback“-Joe verkaufen. Spitzenreiter des Rennens um die Präsidentschafts-Nominierung der Demokraten bleibt aber der linke Senator aus Vermont, der in Iowa die meisten Stimmen holte und in New Hampshire und Nevada überzeugend gewann. Sanders liegt in dem delegierten-reichen Kalifornien und einer Reihe anderer großer Staaten, die an diesem Super-Dienstag wählen, so weit vorn, dass Biden ihn in dieser kurzen Zeit wohl kaum mehr einholen kann. Zumal seine Wahlkampfkassen leer sind. Außerdem sind da noch Michael Bloomberg, der im Geld schwimmt und Shootingstar Pete Buttigieg, der bisher keine Anzeichen macht, aus dem Rennen auszuscheiden.

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Für Biden muss es optimal laufen, wenn er aus dem Super-Dienstag als „Anti-Sanders“ hervorgehen will. Immerhin hat er den Demokraten in seiner Wahlrede endlich einen anderen Grund gegeben, für ihn zu stimmen, als bloß taktische Erwägungen. Biden ließ es in der Wahlnacht menscheln und schuf damit einen Kontrast zu Donald Trump, dem jedes Mitgefühl und Einfühlungsvermögen fehlt. Damit grenzt er sich gleichzeitig von Sanders ab, den seine Fans lieben, aber der im Wahlkampf einen betont sachorientierten Stil pflegt. „Onkel Joe“empfiehlt sich als das, was als loyaler Unterstützer Barack Obamas sein Markenzeichen war: „die Seele der Nation“.

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Veröffentlicht
Von
dpa
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