Schlecht

Von 
Thomas Groß
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Geradezu legendär sind beispielsweise die „Killertomaten“. In einem entsprechend betitelten, selbstredend rein fiktiven Spielfilm beginnen sie einen Angriff auf die Menschheit. Oder wildgewordene Haie verlassen ihr angestammtes salzig-feuchtes Revier, um an Land ebenfalls auf Menschen loszugehen. Kuriose Zutaten sind es stets, die einen wahrhaft schlechten Film ausmachen. Und es gibt Menschen, die solches nicht nur anschauen, um sich an der Abstrusität der meist auch schlecht umgesetzten Geschichten zu ergötzen, sondern sich darüber zudem viel (entbehrliches) Wissen aneignen. Auch die Comedians Oliver Kalkofe und Peter Rütten zählen zu diesen, wie die von ihnen moderierte Showreihe des Senders Tele 5, „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“, beweist. Deren 100. Ausgabe steht Ende September an; das würdigen die Moderatoren – schlechte oder gute Nachricht? – mit einem Buch, das schlicht „Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten“ heißen soll.

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Weil wir gerade beim Thema sind: Schlechte Filme würdigt ein eigener Filmpreis in den USA. Die „Goldene Himbeere“ wird jährlich unmittelbar vor den Oscars verliehen. Auch Preise für schlechte Schauspielleistungen werden vergeben. Mehrmals nominiert war Nicolas Cage, der eigentlich unbestritten ein guter Schauspieler ist, aber immer wieder in dubiosen Produktionen mitwirkt. Als schlechtester Regisseur aller Zeiten gilt Ed Wood (1924-1978); die von ihm produzierten Werke genießen in einschlägigen Kreisen Kultstatus. Der auf schräge Stoffe abonnierte Tim Burton hat über ihn 1994 einen Spielfilm gedreht. In einer guten Darbietung spielt dabei Johnny Depp den schlechten Filmemacher. 

Redaktion Kulturredakteur, zuständig für Literatur, Kunst und Film.