Neue Flucht

Von 
Stefan M. Dettlinger
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Die Kommunen klagen über eine neue Flut von Anträgen. Dies geht aus dem Murren hervor, das jetzt durch deutsche Behördenfenster dringt. Zu den vielen Asylgesuchen von Menschen aus Syrien, Irak, Nigeria, Afghanistan, der Türkei oder dem Iran hätten sich noch ganz andere gesellt. Nun kommen vermehrt Anträge vor allem von weiblichen Personen aus Kalifornien, Arizona, Massachusetts oder Connecticut dazu – vor allem aber aus Washington D.C. Selbst aus dem aufgeklärten New York seien schon mehrere Flüchtlinge eingetroffen, die man, so ein Sprecher des Städtetags, sehr gut in den ehemaligen US-Kasernen internieren könne. Denn die dortigen Schilder mit Hinweisen auf sanitäre Anlagen müssten nicht übersetzt werden.

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Ein Sprecher des Außenministeriums hat angekündigt, man könne erst nach der Bayern- und Hessenwahl über eine wichtige Frage befinden – nämlich darüber, ob die Vereinigten Staaten von Amerika nach der Wahl von Brett Kavanaugh zum Richter am Obersten Gerichtshof tatsächlich als unsicheres Land eingestuft werden. Einiges spreche dafür, vieles aber dagegen. Die Vorwürfe sexueller Übergriffe Kavanaughs aus früheren Jahren stehen auf der einen Seite. Die mutmaßliche Unberechenbarkeit des amerikanischen Präsidenten auf der anderen, falls den USA ihr Status als sicheres Land entzogen würde. Bundeskanzlerin Angela Merkel, ohnehin angeschlagen, äußerte sich zu den neuesten Entwicklungen nur vage: „Wir machen es uns nicht zu jeder Sekunde einfach. Das ist so eine Art Test, wer noch wie viel Kraft hat.“ Man müsse jetzt sehen, ob sich aus der erneuten Flüchtlingskrise, diesmal aus dem Westen, auch eine neue Regierungskrise herauskristallisiere, so ein Sprecher der Opposition. Stefan M. Dettlinger

Ressortleitung Stefan M. Dettlinger leitet das Kulturressort des „MM“ seit 2006.