Hamsterplage

Von 
Katharina Koser
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Seit Jahrzehnten galt er in Deutschland als vom Aussterben bedroht, ganze Kolonien seiner Spezies wurden zwecks Bauarbeiten umgesiedelt, doch seit wenigen Wochen ist klar: Der Hamster ist zurück. Dabei hat sich nicht nur der Bestand erholt – innerhalb kürzester Zeit hat er sich zu einer regelrechten Plage entwickelt. Was Biologen in aller Welt allerdings Rätsel aufgibt, ist das veränderte Sammelverhalten: Während sich der Hamster üblicherweise von Kartoffeln, Rüben, Körnern, Klee und Mais ernährt und in seinem Bau Vorräte für den Winter anlegt, sind in den vergangenen zwei Monaten vermehrt Exemplare beobachtet worden, die Unmengen von gerolltem Zellstoff, getrockneten Teigwaren und Lebensmittelkonserven anhäufen. Die Forschung diskutiert derzeit eine Veränderung der neurologischen und zentralnervösen Strukturen als Ursache. Auch die zunehmende Verlagerung des Lebensraumes von Feldflächen hin zu räumlich beschränkten betonierten Flächen wie beispielsweise Parkplätzen bereitet den Wissenschaftlern Sorge – denn bei Überpopulation neigt der territoriale Einzelgänger zum Kannibalismus.