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Veranstaltung: Jubiläumsfeier der NThusiasten im Nationaltheater

Zwischen Sekt und „Bitchfresse“

Von 
Julia Wadle
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Auch am Samstag gibt es bei den NThusiasten zwischen Sekt und "Bitchfresse" einiges zu feiern. © Markus Mertens

Am Samstag feiern die NThusiasten, der junge Freundeskreis des Nationaltheaters Mannheim, ihr zehnjähriges Bestehen. Zur Jubiläumsfeier gibt’s Sekt, Party und die letzte Vorstellung der Kultaufführung „Bitchfresse“.  Welchen Zweck der Verein hat und warum die Menschen nicht einfach allein ins Theater gehen, erklärt NThusiasten-Vorstand Markus im Interview mit ILMA.

 

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Hallo Markus, wann warst du das letzte Mal im Theater und mit wem?

Markus: Ich war das letzte Mal bei der Premiere der „Räuber“ im Theater. Es war eine sehr moderne, ungewöhnliche, aber auch bewegende Inszenierung, die zeigt, dass Theater auch jung sein kann – ohne sich dabei selbst abzuschaffen.

Mit wem warst du da?

Markus: Ich war tatsächlich alleine dort, weil ich niemanden dazu motivieren konnte, sich eine moderne Interpretation anzusehen. Ironischerweise trifft das genau unseren Nerv, weil wir ja Menschen verbinden wollen. Später habe ich dann vielen Leuten von der Inszenierung erzählt, die dann doch bereit waren, dem Stück eine Chance zu geben. Dass ist im Grunde genau das, was wir erzielen wollen.

Ist dann der eigentliche Zweck der NTusiasten, dass man nicht allein ins Theater gehen muss? Zuschauen kann man ja eigentlich auch ganz gut ohne Begleitung.

Markus:  Klar geht das, aber es ist schön, später darüber mit jemandem zu reden und das Erlebnis so teilen zu können. Wir sehen uns als Plattform für junge kulturbegeisterte Menschen, die sich austauschen wollen. Und das nicht nur über Theaterstücke, sondern auch über Oper und Tanz. Wir wollen durch das vielfältige Angebot die Menschen aus ihrer Komfortzone herausholen und gerade dann ist es wichtig, den Besuch ein wenig zu moderieren und nachzufragen, was den Besuchern gefällt und was kann man das nächste Mal vielleicht anbieten.

Wer sind die Menschen, die zu euch kommen, und was interessiert sie? Wollen sie über ihren Tellerrand schauen? Die Komfortzone heißt ja nicht umsonst Komfortzone…

Markus: Am Anfang hatten wir damit gerechnet, dass sicher viele Geisteswissenschaftler zu uns kommen würden, Germanisten, Sprachwissenschaftler, Romanisten. Tatsächlich sind aber die meisten eher Sozialwissenschaftler oder BWLer, weil sie bei uns genau das finden, was sie im Alltag nicht haben, nämlich die kritische Auseinandersetzung mit Kultur.

Und was ist, wenn ich mich nicht so gut mit Literatur und Theater auskenne? Gibt es Grundvoraussetzungen, um zu euren Veranstaltungen zu kommen?

Markus: Eigentlich nicht. Selbst wenn wir in die Oper gehen, suchen wir natürlich nicht die ganz schweren Stoffe wie Wagner aus, sondern gehen auch mal in die Zauberflöte, um zu zeigen, wie Oper seien kann. Wem das gefällt, der wird sich später auch an die komplexeren Stücke wagen.

Welche Sparte ist bei euren Besuchern ab beliebtesten?

Markus: Das Schauspiel zieht schon die meisten Menschen zu unseren Veranstaltungen. Meiner Meinung nach hängt das auch ganz viel damit zusammen, dass man das Schauspiel am ehesten kennt, etwa aus der Schule, während Oper und Ballett auch für viele Erwachsene noch etwas Neues ist.

Habt ihr euch als Verein ein Ziel gesetzt?

Markus: Unser Slogan heißt ja ,Wir nehmen dich mit‘ – und das ist auch unsere Mission. Das gilt sowohl im wahrsten Sinn des Wortes, dass wir die Menschen mitnehmen wollen, damit sie das Theater selbst auf sich wirken lassen können. Aber noch mehr fast bedeutet es, dass wir die Menschen in neue Welten mitnehmen wollen, indem wir ihnen eben nicht nur das Schauspiel zeigen, sondern auch gemeinsam in die Oper, das Ballett, Konzert oder ein modernes Stück gehen.

Am Samstag (20.Oktober) feiert ihr euer zehnjähriges Bestehen mit der letzten Aufführung des Stücks „Bitchfresse“ und einer anschließenden Feier im Studio Werkhaus. Warum gerade dieses Stück?

Markus: „Bitchfresse“ und die Darsteller haben uns durch die Jahre begleitet. Sechsmal waren wir als NThusiasten in dem Stück – so oft, wie in keiner anderen Inszenierung. In der Zeit haben wir eine Verbindung zu den Darstellern aufgebaut, deswegen kann man sich nicht nur darauf verlassen, dass die beiden eine tolle letzte Aufführung bieten werden, sondern auch individuell auf die Gäste eingehen. Und einen Jubiläumskuchen haben wir uns auch gegönnt (lacht). Wir wollen zeigen, dass zehn Jahre noch lange nicht genug sind und wir weitermachen, um noch viel mehr Menschen mit unserer Theaterleidenschaft anzustecken.

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