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Glosse "Übrigens"

Wenn das Saarland allen eine Nase voraus ist

Von 
Bertram Baehr
Lesedauer: 
Bertram Bähr © Berno Nix

Übrigens haben wir vor wenigen Tagen an dieser Stelle über das konsequente Gendern in der Stadtverwaltung berichtet. Genauer gesagt, das war unser Kollege Steffi Mack. Oder war es die Kollegin Steffen Mack? Egal. Anlass des Textes: eine Pressevorschau der Verwaltung, bei der vom Ersten Bürgermeister „Christina Specht“ die Rede war. Nun müssen wir nüchtern feststellen: Das Gendern zwischen Männlein und Weiblein ist eigentlich nicht der Rede wert. Denn es gab schon vor vielen Jahren Gemeinden, die ihrer Zeit in dieser Hinsicht weit voraus waren. In den 90ern arbeiteten wir als Reporter in einer benachbarten südhessischen Stadt und berichteten über die alteingesessene Seniorenbegegnungsstätte. Das zog uns den Zorn einer Amtsperson zu. Die Frau fuhr uns in die Parade, weil wir nicht „SeniorInnenbegegnungsstätte“ geschrieben hatten. Schuldbewusst gingen wir darauf ein – unter der Überschrift „Neues aus dem Rätinnenhaus“. Darüber war die Amtsperson ebenfalls unglücklich. Auch die Transformation von weiblich zu sächlich gibt es schon seit Urzeiten – im Saarland. Dort heißen alle Frauen „es“, also es Hilde, es Annegret oder es Oskar. Halt, nein, der nicht! Heutzutage sind wir weiter, ab sofort werden sächliche Begriffe gegendert. So geschehen am Donnerstag im Bildungsausschuss, als eine Diskutantin mehrfach von „Mitgliederinnen“ sprach. Das sollte Schule machen. Wie wäre es etwa mit Kindern und Kindinnen? Oder Babys und Babynnen? Wahrer Fortschritt muss neue Wege gehen! 

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Redaktion Reporter in der Lokalredaktion Mannheim. Schwerpunkte: Schulen und Kitas

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