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Von den Tücken der Geburtenstatistik

Von 
Waltraud Kirsch-Mayer
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Übrigens wissen wir seit einigen Tagen, dass im Rhein-Neckar-Kreis Frauen im statistischen Mittel 1,57 Kinder zur Welt bringen – und damit 0,02 mehr als in Baden-Württemberg, wo die Geburtenrate bei 1,55 liegt. Nur gut, dass der Klapperstorch keine Ahnung von Statistiken hat und Säuglinge als hundertprozentiges Wunderwerk bringt. Ohnehin ist Meister Adebar köstliches Beispiel für tabellarische Tücken: Wie jeder weiß, hat bei uns sowohl der Bestand rotbeiniger Zugvögel mit Riesenschnabel wie auch die Zahl von Geburten stark abgenommen – und dies regional in frappierend gleichem Zeitraum und Umfang, sodass entsprechende Verlaufskurven auf Schaubildern übereinander liegen. „Der Storch bringt doch die Kinder!“ kommentierte die „Ärztezeitung“ einst süffisant jene Scheinkorrelation, die hinter korrekt erhobenen Zahlen wichtige Aspekte wie die Industrialisierung des ländlichen Raums und den parallelen Siegeszug der Antibabypille unberücksichtigt lässt. Auf der Basis von Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes hat eine Elternzeitschrift die Geburt im Sinne des arithmetischen Mittels so beschrieben: Das Baby kommt nach 268 Tagen zur Welt, wiegt 3500 Gramm, ist zu 51,3 Prozent ein Junge und zwar von 1,55 Kindern einer 30-jährigen Frau. Fehlt nur noch, dass in Deutschland pro Stunde 79,69 Mädchen und Buben zu 98,5 Prozent das gleißende Licht des Kreißsaales erblicken. Als tausendprozentig wird hingegen jenes Glück empfunden, wenn ein Neugeborenes endlich in den Armen liegt. Waltraud Kirsch-Mayer

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