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Glosse "Übrigens"

Mehr Verständnis für Béla Réthy, bitte!

Von 
Florian Karlein
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Übrigens können wir den Ärger über Béla Réthy gar nicht nachvollziehen. Während er Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft kommentierte, musste er wohl schwer atmen. Ja und? Nicht nur einmal mussten auch wir bei den Kicks der Deutschen gegen Ungarn oder England aufstöhnen. „Kann einer dem ZDF-Kommentator bitte zeigen, wie man durch den Mund atmet?“, war nur eine zynische Frage in sozialen Netzwerken. Dabei kann schweres Atmen durchaus engere Verbindungen schaffen. Nein, nicht, wie man im ersten Moment denken mag. Aber wer schon mal beim Joggen telefoniert hat, weiß, wovon wir sprechen. Ein Vorteil der Corona-Pandemie ist, dass wir – dem Home-Office sei Dank – schon mal tagsüber zwischen zwei Konferenzen laufen gehen können. Nicht selten bimmelt dabei unser Smartphone, das den Lauf eigentlich nur aufzeichnen soll – die Rufumleitung macht eben keine Pause. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich nach kurzer Irritation längst daran gewöhnt und wissen, was wir machen, wenn wir während des Gesprächs schwer ins Handy schnaufen. Das gilt auch für einen Kollegen aus der Kulturredaktion, mit dem wir bis zu einer Joggingrunde vor einiger Zeit noch per Sie waren. Sein Schlusssatz im Telefonat: „Wenn wir uns jetzt schon in so intimer Atmosphäre sprechen, können wir uns eigentlich auch duzen!“ Gern! Und da sage noch einer, deutlich hörbares Atmen könne Menschen nicht näher zusammenbringen. Also: Bitte nicht entsetzt wieder auflegen, wenn Sie in der Redaktion anrufen und sich während des Gesprächs an Béla Réthys Geschnaufe erinnert fühlen. Wir hören trotzdem zu! Florian Karlein

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Redaktion Planer der Mannheimer Lokalseiten, stellv. Ressortleiter

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