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Auf der Suche nach dem verschollenen Auto

Von 
Julia Wadle
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… kann man durch den Glauben an sich selbst viel Zeit sparen. So erging es mir neulich, als ich nur schnell mit dem Auto zum Baumarkt fahren wollte, um Blumenerde zu kaufen. Ich schnappte mir meinen Autoschlüssel, der dank Homeoffice seit einer Woche in der Schlüsselschale anstaubte, und wollte losflitzen. Nur – wohin? Es kennt wohl jede, die in einem urbaneren Gebiet ohne Garage oder Carport lebt: Das Erinnern, wo man geparkt hat, grenzt an Gehirnjogging. Im Glauben, mein Auto an den üblichen queren Parkplätzen eingeparkt zu haben, begab ich mich auf die Suche – und fand nichts. Dabei ist mein Auto dank seiner außergewöhnlichen Farbe durchaus ein Hingucker, den man nicht unbedingt übersieht. Nach einer Viertelstunde des Suchens wurde ich nervös: Es kann doch nicht sein, dass ich mein Auto nicht finden kann? Und doch hatte ich alle üblichen Parkplätze abgelaufen und war immer noch per pedes unterwegs. Da fiel es mir ein: Hatte ich Park-Legasthenikerin nicht in der vergangenen Woche stolz zu Hause geprahlt, in was für eine enge Parklücke ich längs eingeparkt hatte? Im Vergessen meines eigenen Erfolges war ich gefühlt alle Querparkplätze meines Quartiers abgelaufen – während mein Auto keine 50 Meter von meiner Haustür entfernt auf mich wartete. 

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Redaktion Projektredakteurin Digitales und Innovation