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KulturGut - Der Mannheimer Jazzpianist Philip Weyand spielt beim KulturGut-Festival / Ursprünglich klassisch ausgebildet, kam er über seinen Vater zum Jazz

Mannheimer Jazzpianist Philip Weyand spielt beim KulturGut-Festival

Von 
Martin Vögele
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Jazzpianist Philip Weyand mit seinem Ensemble. © Norbert Nerdson

Er mag mit 24 Jahren noch sehr jung sein, aber wer Philip Weyand zuhört, kann viel über grundlegende Wesensmerkmale und Dynamiken des Jazz lernen. Über das, was diese Musikgattung immer lebendig und in Bewegung hält: „Es ist schon etwas sehr Kollektives, Gemeinsames –man spielt immer zusammen mit Leuten“, sagt er. Wobei es zu einem künstlerischen Austausch auf gleicher Augenhöhe kommt, dergestalt, „dass nie irgendjemand alleine führt, sondern jeder immer Impulse einbringt. Dass man aufeinander hört und eingeht.“

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Aber der (biografischen) Reihe nach: Philip Weyand ist Jazzpianist, Student an der Mannheimer Musikhochschule und wird Anfang Februar beim zweiten KulturGut-Streaming-Festival im Schatzkistl auftreten, mit dem der „Mannheimer Morgen“ junge Kreative in der Corona-Krise unterstützt. Geboren wurde er 1997 in Mannheim, seit er sechs Jahre alt war, hatte er Klavierunterricht. Lange spielte Weyand Klassik, machte Kammermusik, musizierte im Klaviertrio mit Geige und Cello. Über seinen Vater kam er schließlich zum Jazz – „weil der gemerkt hat, dass ich nicht mehr so richtig Lust habe“, entsinnt sich Weyand, der zu diesem Zeit- und Wendepunkt etwa 16 Jahre alt war.

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Sein Vater sei es auch gewesen, der ihn dann bei einem Amateur-Workshop der IG Jazz Rhein-Neckar in Mannheim anmeldete. „Und dann war das für mich auch eine neue Welt“, erinnert sich Weyand, der anschließend bei den Jazz-Kapazitäten Johannes Bartmes und Volker Engelberth Privatunterricht nahm. Daneben spielte er lange in den Landesjugendorchestern von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, „das war auch sehr prägend“, konstatiert der 24-Jährige, der 2018 begann, an der Mannheimer Musikhochschule Jazzklavier zu studieren.

„Dass man Stücke spielt, die zwar auch eine lange Tradition haben – auch Jazz-Standards sind ja zum Teil 100 Jahre alte Stücke“, benennt er als weiteren Grund, der ihn von der Klassik zum Jazz führte. „Aber man die so neu interpretiert, dass es immer noch ein Teil von einem selbst ist, also dass man selbst so viel mit einbringen kann in die Musik.“

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Debütalbum erscheint im Oktober

Das tut er auch in seinem 2021 gegründeten Philip Weyand Quartett, das im Herbst sein Debütalbum aufgenommen hat: „Myosotis“ (Vergissmeinnicht) wird es heißen, und im kommenden Oktober beim Kölner Label „JazzHausMusik“ erscheinen. Beim Online-Musikdienst „Bandcamp“ gibt es bereits eine Digital-EP der „Placido Sessions“ des Ensembles, und auch auf YouTube lassen sich erste gewinnende Höreindrücke des Quartetts sammeln.

Außerdem spielt Weyand im Gabriele Maurer Quintett, mit dessen Namensgeberin – ihres Zeichens Saxofonistin und Sängerin - er auch zusammen beim KulturGut-Gig spielen wird. Ebenso wie mit den Musikhochschule-Mitstudierenden Shana Moehrke (Bass) und Jil Pappert (Gesang). „Ich finde das super“, sagt er über die Benefiz-Aktion und deren Konzept: „Wir sind ja zu viert, keine feste Band, wir kommen da zusammen, und jeder bringt etwas mit und ist ein Teil davon. Und niemand steht im Fokus, das ist ein Gemeinschaftsding.“ Da spürt man sie wieder: diese Aura kollektiv-kreativer Dynamik, die für den Jazz und seine Protagonisten so prägend sein kann.

Freier Autor

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