AdUnit Billboard
KulturGut - Porträt der Jazz-Bassistin Shana Moehrke, die Teil des Streaming-Festivals zugunsten junger Kreativer ist, das diese Redaktion mit dem Schatzkistl ausrichte

Mannheimer Bassistin Shana Moehrke: „Man kann die Emotion beim Jazz frei wählen“

Von 
Martin Vögele
Lesedauer: 
Der Kontrabass machte Shana Moehrke klar, dass sie Profi-Musikerin werden will – wie schon ihre Eltern. Durch diese wurde die Studentin der Mannheimer Musikhochschule schon früh auch an Live-Auftritte herangeführt. © Roland Rossbacher

Diese Aktion ist aus zweierlei Perspektiven erfreulich: Einerseits unterstützt das zweite KulturGut-Festival dieser Redaktion Kulturschaffende in den schwierigen Zeiten der Corona-Krise. Wobei es sich dieses Mal dezidiert auf die jüngere Generation der Kreativen konzentriert. Und damit sind wir beim positiven Aspekt am anderen Ende der Blickachse: Denn das Publikum hat hierdurch die Gelegenheit, so talentierte wie aufregend vielseitige Musikerinnen und Musiker neu für sich zu entdecken. Darunter die junge Bassistin Shana Moehrke, die mit einer vierköpfigen Jazz-Auswahl Anfang Februar im Mannheimer Schatzkistl auftritt, wo das KulturGut-Streamingkonzert aufgezeichnet wird.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Geboren wurde Moehrke 1997 in Freiburg, aufgewachsen ist sie unweit der Breisgauer Universitätsstadt in Bad Krozingen, und zwar in einem überaus musikalischen Elternhaus: Ihre Eltern sind beide Berufsmusiker, erzählt sie, ihr Vater, Philipp Moehrke, spielt Klavier, ihre Mutter, Claudia Moehrke, singt. Und ihr jüngerer Bruder Dario spielt Posaune. In diesem Umfeld sei ihr musikalischer Werdegang „krass gefördert“ worden, berichtet die 24-Jährige. „Es gab immer die Regel: Ein Instrument und ein Sport“, erinnert sie sich. Da die Geschwister zu diesem frühen Zeitpunkt „ihr“ Instrument noch nicht gefunden hatten, begannen die beiden mit etwa fünf Jahren zunächst mit klassischem Klavier. Bis zum Alter von 15 Jahren setzte Shana das Klavierspiel fort, um dann zum E-Bass zu wechseln.

Spenden über KulturNetz

  • Wie im Vorjahr möchte diese Redaktion Kreative aus Mannheim und der Region in der Corona-Krise unterstützen. Mit der zweiten Auflage des KulturGut-Festivals rückt die jüngere Generation in den Fokus, deren Karriere durch die Pandemie ausgebremst wurde.
  • Anfang Februar wird im Mannheimer Musik-Kabarett Schatzkistl zum zweiten Mal ein Streaming-Festival aufgezeichnet. Die voraussichtlich 15 Teilnehmenden aus den Bereichen Pop, Jazz und Kleinkunst bekommen pro Kopf (samt ihrer etwaigen Instrumental-Begleitung) eine Garantiegage von 100 Euro.
  • Gespendet werden kann ab sofort wie gewohnt an den Verein KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar mit dem Betreff „KulturGut“.
  • Die Bankverbindung: Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE51 6705 0505 0038 9769 82.
  • Wenn es die Pandemielage zulässt, werden unter den Spenderinnen und Spendern bis zu fünfmal zwei Plätze im Schatzkistl verlost. 

Familiärer Frühstart

Ab jenem Moment, in dem sie begann, Kontrabass zu spielen - rund vier Jahre später war das -, wurde ihr klar, dass sie Musik studieren und zum Beruf erwählen wollte. „Das hat sich im Laufe dieser Zeit entwickelt, weil unsere Eltern uns auch gleich mitgenommen haben zu Gigs. Sobald wir in der Lage waren, einigermaßen mit ihnen zu spielen, haben sie uns auch Auftrittsmöglichkeiten und -erfahrung geboten - was natürlich unglaublich ist“, rekapituliert sie. Familiy Affairs heißt die Band ihrer Eltern, in der die Bassistin auch heute noch gelegentlich mitwirkt.

2018 startete Moehrke ihr Jazz-Kontrabass-Studium an der Mannheimer Musikhochschule, jetzt ist dort im siebten Semester und hat noch ein Jahr vor sich, nachdem sich ihre Hochschulzeit Corona-bedingt um ein Semester verlängere. „Diese Erfahrung ist natürlich super“, urteilt sie über das Jazz-Studium, das vielerlei Möglichkeiten biete - etwa die, Kontakte zu knüpfen und „unglaublichen Unterricht zu bekommen von sehr kompetenten Lehrern“. Zu den Lerninhalten gehörten „Üben, Jam-Sessions, Gigs, Ensemblespielen. Und man wird einfach sehr vielseitig dadurch, finde ich.“

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Mehr zum Thema

Porträt

Gabriele Maurer bei "MM"-Aktion KulturGut

Veröffentlicht
Von
Martin Vögele
Mehr erfahren
Streaming-Festival

Deutschpop-Hoffnung Adina aus Heidelberg wird Teil des KulturGut-Festivals

Veröffentlicht
Von
Jörg-Peter Klotz
Mehr erfahren
Kultur in der Pandemie

Zweite Runde des Benefiz-Festival KulturGut mit Listentojules

Veröffentlicht
Von
Jörg-Peter Klotz
Mehr erfahren

Während ihr Bruder Klassik-Posaune studiere, hat sie sich für den Jazz entschieden. Warum das? „Besonders diese Freiheit“, spreche sie an, meint Moehrke. „Beim Jazz ist viel Emotion dabei, die man frei selber wählen kann. Man hat da diesen Freiraum, sich selber viel mehr zu präsentieren und das in das Spielen mit einzubringen“. Und das tut sie in verschiedenen Konstellationen und Formationen, unter anderem in dem vor zwei Jahren gegründeten Mediterranean Trio, an der illustren Seite von Trompeter und Ella & Louis-Jazzclub-Chef Thomas Siffling sowie dem Akkordeon-Connaisseur und -Könner Laurent Leroi (Moehrke: „Das macht auch sehr viel Spaß“). Daneben spielt sie auch im Musikprojekt JazzCafé - Premium von Sängerin und KulturGut-Mitmusikerin Jil Pappert.Außerdem bei der Formation My LadySwing, zusammen mit Vokalistin Katrin Armani und Pianistin Tanja Mathias-Heintz, sowie in der Mannheimer Band Prisma.

Chefin der Young Generation

Was weiland wegen der Corona-Situation leider nicht zustande kommen konnte, war der Auftritt ihres Jazz-Pop-Projekts Shana Moehrke’s Young Generation: Mit diesem Septett mit Musikern aus ganz Deutschland hätte sie im Mai 2020 in der „Mannheimer Morgen“-Reihe „Jazz im Quadrat - Hautnah Entdeckungen“ im Mannheimer Ella & Louis spielen sollen.

Umso gespannter darf man auf das KulturGut-Konzert sein, bei dem Moehrke neben Jil Papert noch mit Gabriele Maurer (Saxofon und Gesang) und Philip Weyand (Piano) spielt, die alle wie sie an der Mannheimer Musikhochschule studieren und im Schatzkistl in wechselnden Konstellationen auch eigene Kompositionen vorstellen werden. „Was natürlich eins A ist. Super, dass wir diese Möglichkeit bekommen“, freut sich Moehrke.

Freier Autor

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1