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Urlaub mit dem Neun-Euro-Ticket

Ab Juni kann man für drei Monate günstig mit der Bahn unterwegs sein. Das Ticket gilt für den Nah- und Regionalverkehr. Mit ihm lassen sich in der Ferienzeit viele besonders schöne Zugstrecken entdecken.

Von 
Roswitha Bruder-Pasewald
Lesedauer: 
Regionalbahnfahrt durch Bayern - vorbei an der Kirche St. Alban im Allgäu bei Aitrang © imago/Aviation-Stock/Markus Mainka

Das Neun-Euro-Ticket kommt. Noch sind Fragen offen, doch ab dem 1. Juni soll es erhältlich sein. Drei Monate lang gibt es den preiswerten Fahrschein für Bus und Bahn und er gilt bundesweit. Wer also in Frankfurt sein Ticket kauft, kann auch in Regionalbahnen in Bayern oder Niedersachsen fahren. Nur ICE und IC sind ausgeschlossen. Und so geht Urlaub mit dem Billigticket:

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An Rhein und Bodensee

Noch 2021 ging es ohne Umsteigen vom Badischen Bahnhof in Basel in gut drei Stunden nach Ulm. Jetzt muss in Friedrichshafen der Zug gewechselt werden. Zugfans werden das verschmerzen, denn die Trasse ganz im Süden der Republik bietet großes Landschaftskino: den wilden Rhein mit den Wasserfällen bei Schaffhausen, den Bodensee mit der Kulisse der Alpen und das liebliche, mit Barockbauten gesegnete Oberschwaben. Am Ende der knapp 300 Kilometer langen Reise grüßt der höchste Kirchturm der Welt, das Ulmer Münster.

Infos zur Hochrheinbahn: www.bahn.de

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Durch den Schwarzwald

Von der Baden-Metropole Karlsruhe zum Bodensee und zurück: Das geht seit mehr als 150 Jahren mit der Schwarzwaldbahn. Kaum Brücken, viele Tunnel – dieses Ziel verfolgte Baumeister Robert Gerwig, der die Trasse regelrecht an den Berg „klebte“. Genial sind die beiden Kehrschleifen, die einen Höhenunterschied von rund 400 Metern zwischen Hornberg und Sommerau bewältigen. Möglich macht es ein ingenieurtechnischer Trick: Die Luftlinie von elf Kilometern zwischen den Orten wurde auf 26 Kilometer Bahnstrecke verlängert. Drei Stunden dauert die Fahrt von Karlsruhe nach Konstanz.

Mehr Infos zur Schwarzwaldbahn: www.schwarzwald.com/sehenswertes/schwarzwaldbahn.html

Mit dem Zug ins Allgäu

Ab nach Bayern: Der Freistaat hat viele schöne Regionalbahnlinien, so wie die Strecke von Freilassing nach Berchtesgaden mit dem Nationalpark. Oder die Mittenwaldbahn, die durch das Karwendelgebirge führt. Auch hübsch: die Strecke von München nach Füssen. Einmal pro Stunde startet die BRB Richtung Königsschlösser. In der bayerischen Metropole zeichnen sich die Alpengipfel noch schemenhaft am Horizont ab, doch mit jedem Kilometer dominieren sie mehr die Szenerie. Knapp zwei Stunden geht die Fahrt durch echtes Postkartenidyll, an dessen Ende die Qual der Wahl steht: Wandern auf dem Lechweg oder Besuch beim „Kini“ auf Neuschwanstein. Mehr Infos zur Bayerischen Regiobahn: www.brb.de

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Die Lahn im Blick

Sie verbindet die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen und ist – da sie in weiten Teilen nie grundlegend modernisiert wurde – ein Überbleibsel aus den Kindertagen des Eisenbahnzeitalters: die Lahntalbahn zwischen Niederlahnstein und Wetzlar, deren hessischer Teil als Kulturdenkmal ausgewiesen ist. Höhere Geschwindigkeiten lässt die kurvenreiche, äußerst reizvolle Strecke mit ihren historischen Tunneln nicht zu, weshalb man auf der knapp 90 Kilometer langen Strecke fast 90 Minuten unterwegs ist. Doch dafür hat der Reisende stets den mäandernden Rheinzufluss im Blick. Beliebt ist die Strecke bei Radfahrern, denn der Lahntalradweg hat quasi Bahnanschluss.

Infos zur Lahntalbahn: www.daslahntal.de/aktiv-draussen/mit-bus-und-bahn-unterwegs

Entlang der Mosel

Es muss nicht immer das Mittelrheintal mit seinen Burgen sein, das Bahnfans in Verzückung versetzt. Die kleine Schwester, die Mosel, ist nicht weniger schön. Die Trasse rechts der Mosel, auf der bis in die 1960er Jahre ein Züglein fuhr, dient heute als Radweg, doch links der Mosel fährt der Regionalexpress in dichter Taktung. Steile Weinhänge, bezaubernde Winzerdörfer und ein dekorativ schlängelnder Fluss erwarten den Passagier auf der 90-minütigen Fahrt von Koblenz nach Trier. Es lohnt sich, in Bullay auszusteigen, um noch einen Abstecher mit der Moselweinbahn (13 Kilometer) nach Traben-Trarbach zu machen.

Infos zur Moselbahn: www.moselbahn.de sowie www.moselwein-bahn.de

Schmuckstück im Vogtland

Tradition seit 140 Jahren: Die Elstertalbahn mit 30 Bahnhöfen und Haltepunkten ist die brückenreichste Bahnstrecke Europas und ein treuer Begleiter der Weißen Elster. Zwischen seiner Quelle nahe dem böhmischen Cheb und der Otto-Dix-Stadt Gera in Thüringen präsentiert sich der Fluss als Naturidyll mit seltener Flora und Fauna. Die Landschaft ist wie geschaffen für Wanderungen oder Radtouren. So verläuft ein Teilstück des „Thüringenwegs“ durch die Talaue der Weißen Elster. Entlang der 140 Kilometer langen Strecke finden sich unzählige historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten wie das untere Schloss von Greiz, die über 1000 Jahre alte Veitskirche in Wünschendorf oder die Elstertalbrücke, gebaut aus zwölf Millionen Ziegelsteinen.

Infos zur Elstertalbahn: https://vogtlandauskunft.de/elstertalbahn

Ins Elbsandsteingebirge

Zugegeben: Die Fahrt von Dresden nach Bad Schandau dauert nur 44 Minuten, doch die Route durch die Sächsische Schweiz zählt sicher zu den schönsten Strecken Deutschlands. Die Gleise schmiegen sich an die Elbe; an beiden Ufern liegen hübsche Ortschaften; dahinter türmen sich die bizarren Felsen des Elbsandsteingebirges auf, das Maler wie Caspar David Friedrich inspiriert hat. Wer die kurze Reise mittels S-Bahn zu einem tagfüllenden Ausflug erweitern möchte, wandert von Bad Schandau zu den Schrammsteinen und fährt mit der Weißen Flotte nach Dresden zurück. Von dort fährt ein Regionalexpress ins bayerische Hof.

Infos zu Zügen ins Elbsandsteingebirge: www.dvb.de

Von der Elbe an die Küste

Nord- oder Ostsee? Das ist die Frage, wenn man Hamburg als Ausgangspunkt für eine Reise mit dem Neun-Euro-Ticket wählt. Der Syltexpress von Altona nach Westerland dürfte bekannt sein. Doch auch Ostsee-Gestade sind mittels Regionalbahn zu erreichen. Möglich macht es der alle zwei Stunden verkehrende Hanse-Express Richtung Rostock. Entlang der Strecke locken Kleinode wie Boizenburg an der Elbe mit seinen vielen kleinen Brücken oder das hochherrschaftliche Schloss von Schwerin. Wer weiter nach Rügen möchte, muss in Rostock umsteigen. Allerdings dauert es meist nur wenige Minuten, bis der nächste Regionalexpress zu Deutschlands größter Insel losfährt.

Infos zum Hanse-Express: https://regional.bahn.de/regionen/meckpomm/service/strecken/hanse-express

Brandenburgs „Superlinien“

Eigentlich sind Regionalbahnen auf mittlere Entfernungen ausgelegt - was immer der Begriff auch bedeuten mag. Doch die berühmten Brandenburger „Superlinien“ geben sich nicht mit kurzen Distanzen zufrieden, bringen es teilweise gar auf mehrere Hundert Kilometer. Alle zwei Stunden geht es beispielsweise von der Lutherstadt Wittenberg ohne Umstieg nach Stralsund – 342 Kilometer liegen zwischen beiden Städten. Und die Doppelstockwaggons der RE 2 legen auf ihrem Weg von Cottbus nach Wismar sogar 367 Kilometer zurück und passieren dabei Orte wie Lübbenau im Spreewald oder Wittenberge, das Tor zur Elbtalaue, aber auch echte Metropolen wie Berlin.

Infos zu RE-Linien in Brandenburg: www.odeg.de

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