Unterwegs mit dem E-Bike

Lanzarote: Genussvoll cruisen zwischen Feuerbergen

Sonne, 22 Grad, blauer Himmel: Lanzarote ist ein Paradies für wintermüde Radfahrer. Die einzigartige Vulkanlandschaft lädt zu unvergesslichen Ausflügen ein. Auch mit dem E-Bike, denn auf der Insel hat man auf diesen Trend bereits reagiert

Von 
Erich Rathgeber
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Paradies für Radfahrer mit oder ohne Elektromotor: Lanzarote mit seiner beeindruckenden Landschaft. © Erich Rathgeber

Seit Jahren ist Lanzarote, die nördlichste Kanareninsel, ein Refugium für Sportler, die sich während der kalten Monate fit halten wollen. Vor allem Radfahrer finden hier ein nahezu ideales Revier, das nicht nur Waden und Oberschenkel stählt, sondern gleichzeitig auch das Auge mit außergewöhnlichen Landschaften verwöhnt. So bilden Vulkane, Lavafelder, schroffe Kliffs oder Traumstrände eine wunderschöne Kulisse, die zusammen mit einem kräftigen, manchmal auch ziemlich stürmischen Wind genau die Bedingungen simuliert, die Triathleten auch beim berühmten „Ironman“-Wettbewerb in Hawaii vorfinden.

Bitte Helm tragen!

Aber man muss kein „Eisenmann“ sein, um in Lanzarote Spaß auf zwei Rädern zu haben. Auch wer sich mit normaler Kondition auf den Weg macht, um die hügelige Insel zu erkunden, kann das stete Auf und Ab von Wegen und Straßen mit einem Lächeln im Gesicht genießen. Auch wenn der Wind mal aus der falschen Richtung weht. Vorausgesetzt, man sitzt auf einem Drahtesel mit mächtiger Trethilfe. Einen solchen zu bekommen, ist auf der Sonneninsel kein Problem, denn der weltweite Hype der E-Bikes hat schon lange auch Lanzarote erreicht.

E-biken auf Lanzarote

Lage und Klima: Lanzarote befindet sich als die nordöstlichste Kanarische Insel 1000 Kilometer von Spanien und 130 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt. Mit einer Gesamtfläche von 862 Quadratkilometern verfügt die Insel ganzjährig über ein mildes Klima mit einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius.

Anreise: Besucher erreichen Arrecife, die Hauptstadt Lanzarotes, in rund vier Flugstunden ab Frankfurt.

E-Bike-Verleih: Planet Bikes Costa Teguise, Paseo Maritimo, Local 5, 35508 Costa Teguise, Telefon: +34 685 14 88 88, Website: planet-bikes.de
Free Motion Bikecenter - Lanzarote - Puerto del Carmen Av. de las Playas, 71, 35510 Puerto del Carmen, Telefon: +34 928 51 22 47, Website: www.free-motion.com

So gibt es in den größeren Touristendestinationen wie Playa Blanca, Puerto del Carmen oder Costa Teguise zahlreiche Verleih-Stationen, die alle erdenklichen Arten von Electric Bikes anbieten. Die Palette reicht von City Bikes über Fatbikes bis hin zu E-Mountainbikes. Da die Mietpreise recht unterschiedlich ausfallen, lohnt sich ein Vergleich, wenn man sich für ein bestimmtes Rad entschieden hat. Einen Fahrradhelm sowie ein Schloss bekommt man bei einigen Anbietern sogar kostenlos dazu. Den Helm sollte man im Übrigen immer tragen. Nicht nur, weil er auf Lanzarote wie in ganz Spanien Pflicht ist, sondern weil im unwegsamen Gelände Stürze fatale Folgen haben können.

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Da E-Bikes absolut emissionsfrei angetrieben werden, müssen sich die Pedaleure wegen der Umwelt wenig Gedanken machen, wenn sie mit diesem elektrischen Gefährt die atemberaubende Landschaft Lanzarotes erkunden. Die Vielfalt der Insel, deren Oberfläche fast zu drei Vierteln von Lava bedeckt ist, lässt sich auf einer 100-Kilometer-Runde erfahren. Aber Achtung: Selbst mit dem E-Bike ist eine komplette Inselumrundung an einem Tag nur trainierten Radfahrern zu empfehlen.

Wie Radfahren auf dem Mond

Also lieber einzelne Etappen planen: Die Lavalandschaften und Wüsten sind karg, aber reizvoll – das Meer ist nie weit entfernt. Die Straßen schlängeln sich wie glatte Asphaltbänder zwischen den bis zu 600 Meter hohen Bergen hindurch und nur selten über sie hinweg. Ein Muss ist der Abstecher zum Timanfaya-Nationalpark. Ein Schild mit einem hölzernen Teufel markiert an der Nebenstraße LZ-67 – etwa in der Mitte zwischen den Gemeinden Tinajo und Yaiza – den Eingang zu den Montanas del Fuego, den Feuerbergen: eine höllische Landschaft, die bei Ausbrüchen zwischen 1730 und 1736 entstand. Hier ist Lanzarote besonders karg. Der Boden unter den Reifen glänzt pechschwarz, scharfkantiges Geröll überzieht den Weg, hier ein Hügel, dort ein Krater, ein trockener Ast steht im Wind. So muss Radfahren auf dem Mond sein.

Ausgesprochen irdisch ist dann aber wieder das Ambiente bei Mancha Blanca, wo sich mit dem „Centro de Visitantes e Interpretación“ ein Freilichtmuseum der Erdgeschichte befindet. Es scheint auf den ersten Blick recht klein zu sein, doch ein Großteil des Ausstellungsbereiches steckt unter der Erde. Mit der Hilfe von Hightech-Geräten werden die Vorgänge im Inneren eines Vulkans erklärt und man kann sogar eine Simulation eines Ausbruchs erleben, inklusive Lärm und Rauch!

Das Glück führt über Schotter-Trails

Wer Touren vornehmlich im Inneren der Insel plant, sollte wissen: Diese ist zwar gut von kleinen Sträßchen mit rauem Asphalt erschlossen, doch um die Natur in ihrer ganzen Ursprünglichkeit erleben zu können, braucht es eigentlich ein E-Mountainbike. Oftmals verengen sich die zahlreichen Wirtschaftswege außerhalb der Ortschaften zu engen, kurvigen Schotter-Trails, bei denen schmale Reifen schnell an ihre Grenzen stoßen. Wer dagegen nur entlang der Küste zwischen Costa Teguise und Puerto Calero strampeln will, hat mit einem City- oder Trekkingbike das richtige Material gewählt. Denn hier gibt es eine fast 35 Kilometer lange Promenade immer direkt am Meer entlang. Die muss man sich zwar mit Joggern, Spaziergängern und Scooter-Fahrern teilen, bekommt dafür aber eine wunderschöne Strecke geboten, die nicht nur landschaftlich begeistert, sondern auch immer wieder zu Stopps an den zahlreichen Tapa-Bars einlädt.

Wer die Herausforderung sucht, für den lohnt sich ein Abstecher von Orzola aus auf die Nachbarinsel La Graciosa, welche zahlreiche abwechslungsreiche Strecken bereithält. Auf acht Routen mit einer Länge zwischen 25 und 69 Kilometern sowie unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden können Mountainbiker die einsame Insel erkunden. Oder aber man bleibt auf der Hauptinsel und kämpft sich von Orzola hinauf zum Mirador del Rio. Hier hat der bekannte Künstler Cesar Manrique sein vielleicht genialstes Meisterstück errichtet: eine Aussichtsplattform mit einer in den Fels gebauten Cafeteria. Irgendwann, wenn man sich sattgesehen hat oder der frische Wind etwas ungemütlich wird, begibt man sich auf die rasante Abfahrt, vorbei am höchsten Berg Lanzarotes, dem – kein Witz – Monte Corona.

Playa Blanca wiederum, ganz im Süden Lanzarotes gelegen, hat sich nach Puerto del Carmen und Costa Teguise zum dritten großen Touristenzentrum der Insel entwickelt. Doch im ursprünglich erhalten gebliebenen Ortskern ist zu spüren, dass dieser Ort nicht nur den Touristen gehört. Beliebt ist Playa Blanca jedoch hauptsächlich wegen der sieben Kilometer östlich gelegenen „Traumstrände“ Playas del Papagayo, die, vollkommen unbebaut, wirklich die schönsten der Insel sind.

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