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Bulgarien - Fernab von Massentourismus gibt es im Landesinneren viel zu entdecken

Überraschend und verzaubernd

Von 
Detlef Düring
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Zwischen sanften Hügeln und Weinbergen wirkt Bulgarien fast ein bisschen wie die Toskana. Hier gibt es abseits des Massentourismus’ jede Menge zu entdecken. © Düring

Bei Bulgarien denkt man erst einmal an die Schwarzmeerküste und den Goldstrand, der ja für Badeurlaub wie am Ballermann bekannt ist. Doch bietet das Land viel mehr, vor allen Dingen im Landesinneren, ob alte Klöster, alte Städte, Thermalbäder oder die wunderbaren Landschaften, seien es die wilden Gebirgslandschaften, die einmaligen Erdpyramiden oder die sanften Hügel mit Weinreben und riesigen Mohnfeldern, die an die Toskana erinnern. Nicht ohne Grund gehört hier einiges auch zum Unesco-Weltkulturerbe.

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Bulgarien überrascht und verzaubert und war dabei so schön unaufgeregt, fernab von Massentourismus.

Dass Bulgarien ein multikulturelles Land ist, wird besonders in der Hauptstadt Sofia deutlich. Viele prächtige Bauwerke erinnern an die Zeiten der Römer, Griechen, Byzantiner, Türken und Russen. Und auch heute noch leben alle drei Weltreligionen (Juden, Moslems und Christlich-Orthodoxe) friedlich miteinander.

Nahe beieinander stehen Banja-Baschi-Moschee, eine der ältesten Moscheen Europas, die viertgrößte Synagoge Europas, die aus dem Mittelalter stammende Kathedrale Nidelja und die mittelalterliche orthodoxe Kirche St. Petka. Alle vier sakrale Bauten bilden das sogenannte Quadrat der Toleranz.

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Überhaupt jede Menge gut erhaltener osmanische Bauten, Museen und alte Kirchen prägen das Stadtbild von Sofia, wie die wunderschöne russisch-orthodoxe Nikolaikirche mit ihren vergoldeten Zwiebeltürmen und der Architektur des 17. Jahrhunderts, die Sophienkirche mit ihren alten Fresken – die zweitälteste Kirche Sofias – und das Wahrzeichen von Sofia, die Alexander-Newski-Kathedrale, deren fünf Kirchenschiffe mit Gold, Mosaiken, Marmor und Holzschnitzereien geschmückt sind.

Aber Sofia ist auch dank der vielen Studenten eine pulsierende Stadt mit Boutiquen, einer lebhaften Fußgängerzone und vielen Restaurants, Kneipen und Clubs. Über der Hauptstadt ragt auch das mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Vitoscha-Gebirge, im Sommer als Wandergebiet und im Winter als Skigebiet sehr beliebt.

In einem Tagesausflug von Sofia aus zu erreichen, ist das zum Unesco-Welterbe gehörende Rila Kloster im gleichnamigen Gebirge, eines der wichtigsten Kultur-Denkmäler Bulgariens. Versteckt im Wald liegt es auf 1147 Metern Höhe in einem wildromantischen Talkessel. Hier scheint die Welt still zu stehen, allerdings immer wieder unterbrochen von einem schrillen Ton aus Lautsprechern, der die Vögel von den historischen Gemäuern fernhalten soll. Haben hier früher zwischen dem 10. und 19. Jahrhundert an die 400 Mönche gelebt, sind es heute nur noch knapp zehn. Nicht nur die Lage, die Größe und Architektur des Klosters sind beeindruckend, sondern auch die alten Darstellungen aus dem Evangelium, die Wandmalereien und Fresken, sowie die mit viel Gold verzierten Ikonen und Bildnisse im Inneren.

Mitten im Weinberg

Weiter geht es in Richtung des Dreiländerecks, an dessen Spitze Bulgarien, Mazedonien und Griechenland aufeinandertreffen. Überall in dieser Grenzregion wird Wein angebaut und so manches Häuschen ist mit Weinreben umrankt. Ein wahres Schmuckstück von Hotelresort liegt inmitten dieser Weinberge, das Zornitza Family Estate Relais & Châteaux, das auch seinen eigenen Wein anbaut. Vor allem Weinkenner schätzen die Zornitza Rotweine.

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Hier liegt auch die kleineste Stadt Bulgariens, Melnik, mit rund 300 Einwohnern eher ein Dorf. Im späten Mittelalter war es eine durch Weinhandel mit Konstantinopel und Thessaloniki wohlhabend geworden Stadt mit Tausenden von Einwohnern. Die Häuser haben eine interessante Architektur, geräumige Obergeschosse aus dunklem Holz zum Wohnen, die über Treppen zu erreichen sind, während das Erdgeschoß und eventuelle Keller zur Wein-Kühlung dienen. Melnik wird umgeben von bizarren Sandsteinformationen, sogenannte Erdpyramiden, welche auch bei Stob im Rila-Gebirge zu finden sind. Die schönsten Erdpyramiden von Melnik liegen in der Nähe des nahen Klosters Rozhen: gelb gefärbten, bizarre, konischen Sandsteinformationen. Wenn man schwindelfrei ist, kann man über schmale Pfade Aussichtspunkte erreichen, wo man mit einem fantastischen Rundblick bis zu den Grenzen Griechenlands belohnt wird. Das Kloster Rozhen zählt mit kunstvollen Wandfresken aus dem 16. Jahrhundert und seinen Ikonen zu den schönsten und ältesten orthodoxen Klöstern Bulgariens.

Aus einer ganz anderen Epoche stammen die Ruinen von Heraclea Sinticas, der bereits bei Homer erwähnten ehemaligen Stadt der Mazedonischen Könige. Die Ausgrabungsstätte liegt bei Petrich, am Fuß des erloschenen Vulkans Kozhuh, an dessen anderen Seite die Stadt Rupite liegt.

In Rupite sollte man auf jeden Fall die Kirche der berühmtesten Seherin und Heiligen Baba Vanga (1911-1996). Baba Vanga ließ diese Kirche mit den wunderschönen Wandmalereien selber bauen, die unter dem Namen Sweta Petka Balgarska 1994 geweiht wurde. Neben der Kirche liegt auch ihr Grab, ein viel besuchter Wallfahrtsort, wie auch die nicht allzu weit entfernte Kapelle der Prophetin Stoyna, die wie Baba Vanga nach einer Erkrankung blind wurde, und seitdem die Gabe des Predigens und Heilens besaß. Rupite ist auch bekannt für seine thermalen Mineralquellen mit heilenden Eigenschaften. Manche der heißen Quellen sind ohne weiteres zugängig. Man kann auch jederzeit darin kostenlos baden. Das warme Mineralwasser ist gut für die Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, von Haut- und Gelenkerkrankungen, und auch Entzündungen des Nervensystems. Mit mehr Komfort sind Thermalquellen in Wellnesshotels, wie in Belchin zu nutzen, was 75 Kilometer von Sofia entfernt am Fuße des Rila-Gebirges liegt.

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