Energiekosten - Ein Preisvergleich bei Strom- und Gasanbietern rechnet sich fast immer / Grundversorgung vergleichsweise teuer So klappt der Anbieterwechsel

Von 
Sabine Meuter
Lesedauer: 
Strom und Gas können ins Geld gehen. Oft lässt sich mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter einiges sparen – aber man sollte genauer hinschauen. © dpa

Bremen/Bonn. Die Kosten für Strom und Gas können das Haushaltsbudget stark belasten – zumal seit Jahresbeginn die CO2-Steuer unter anderem auf Erdgas erhoben wird, wodurch die Preise steigen. Auch Strom ist nicht immer günstig. Das alles müssen Verbraucher aber nicht einfach hinnehmen. Über zwei Wege lässt sich Geld sparen: Entweder man erkundigt sich beim derzeitigen Energieanbieter nach einem günstigeren Tarif. Oder man wechselt zu einem anderen Energieanbieter. „Das ist zumeist absolut unkompliziert“, versichert Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen.

AdUnit urban-intext1

Beispiel Strom: Laut der Bundesnetzagentur bezog 2019 etwas mehr als ein Drittel der Strom-Haushaltskunden in Deutschland den Strom über einen vergleichsweise teuren Grundversorgungstarif. „Geld lässt sich bereits dadurch sparen, indem man beim Grundversorger in einen günstigeren Tarif wechselt“, sagt Jana Beckmann von der Bundesnetzagentur. Das größte Einsparpotenzial biete allerdings ein kompletter Wechsel zu einem Wettbewerber. Dadurch ergebe sich für Durchschnittskunden mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden eine durchschnittliche Ersparnis bei den Stromkosten von rund 90 Euro im Jahr – plus Bonuszahlungen für Neukunden zumindest im ersten Vertragsjahr.

Größeres Sparpotenzial bei Gas

Bei Gas gibt es aufgrund der Mengen, die Haushalte vor allem für das Heizen benötigen, meist noch größere Einsparpotenziale, wie Beckmann erläutert. Bereits eine Vertragsumstellung beim örtlichen Grundversorger führte nach ihren Angaben im Jahr 2020 im Durchschnitt zu einer jährlichen Ersparnis von 163 Euro. Aber auch hier gilt: Die größten Sparmöglichkeiten hatten Gaskunden mit Tarifen von Wettbewerbern. „Hier kann man von einem jährlichen durchschnittlichen Einsparpotenzial von 240 Euro ausgehen“, so Beckmann.

Wer den Energieanbieter wechseln will, geht dabei so vor: Verbraucher ermitteln zum Beispiel über Vorjahresrechnungen und eine Zählerablesung zunächst den eigenen Energieverbrauch. Auf dieser Basis vergleichen sie als nächstes Preise und Leistungen mehrerer Anbieter, beispielsweise über ein Vergleichsportal. „Ist ein neuer Anbieter gefunden und ein Vertrag abgeschlossen, müssen sich Verbraucher um nichts kümmern“, sagt Verbraucherschützerin Ewen. Der neue Anbieter reicht im Auftrag des Kunden beim alten Anbieter die Kündigung ein und erledigt alle Formalitäten. In aller Regel ist innerhalb kurzer Zeit der Anbieterwechsel wirksam.

AdUnit urban-intext2

Bevor es zu einem Vertragsabschluss mit dem neuen Anbieter kommt, sollten Verbraucher aber mehrere Punkte kritisch prüfen. „Dazu gehören vor allem Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen, Preisgarantien und Preisanpassungsklauseln“, zählt Beckmann auf. Für die Frage, ab wann der neue Energieanbieter liefern kann, ist die Laufzeit des alten Vertrags entscheidend. Kündigungsfristen ergeben sich generell aus dem bestehenden Vertrag. Zu beachten ist jeweils, zu welchem Zeitpunkt Kunden bis wann kündigen können.

Ein weiterer Aspekt: „Bonuszahlungen für Neukunden im ersten Jahr sind sehr attraktiv“, sagt Ewen. Aber im zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, kann es bei steigenden Grundgebühren und Kilowattstundenpreisen teuer werden. „Wer dies vermeiden will, kündigt im Idealfall rechtzeitig und wechselt erneut den Anbieter.“ Kritisch prüfen sollten Verbraucher Angebote mit Vorkasse oder Kaution. Wird ein Energielieferant insolvent, könnten im Voraus geleistete Zahlungen verloren gehen. Vorsicht gelten sollte auch bei Paketangeboten: „Es macht Sinn sorgfältig zu kalkulieren, ob man über die gesamte Vertragslaufzeit den im Paket angebotenen Verbrauch erreichen kann“, sagt Beckmann. Bei Abweichungen von der vereinbarten Verbrauchsmenge kann es teuer werden. dpa