Schäden rund ums Haus: Darauf sollten Hausbesitzer achten

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Abbildung 1:Der Zahn der Zeit nagt auch am Dach von Gebäuden. Irgendwann werden hier zwangsläufig Reparaturen fällig. Bildquelle: @ Hall of my Pictures / Unsplash.com © Hall of my Pictures

Ob Neubau oder Bestandsgebäude – vor Schäden sind beide nicht gefeit. Generell sollten Hausbesitzer daher wissen, auf welche ersten Anzeichen sie achten müssen, um Schäden frühzeitig zu erkennen. In jedem Haus gibt es Schwachstellen. Einige fallen erst nach Jahren auf, andere recht schnell. Andere hängen mit dem Alter des Gebäudes zusammen, denn Rohrleitungen und Elektrik werden täglich gefordert und altern dementsprechend – leider nicht immer im Guten. Aber welche Schäden sind besonders gängig und was ist zu tun, wenn sie auftauchen? Können Hausbesitzer auch selbst Abhilfe schaffen oder ist immer ein Fachmann notwendig? Dieser Artikel schaut sich die gängigen Probleme rund ums Haus einmal genauer an. 

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Schäden am Dach: Schnelle Reparatur erforderlich

Treten Schäden am Dach eines Hauses auf, ist rasches Tun erforderlich. Diese Schäden können weitreichende Folgen haben, denn:

  • Eintretendes Wasser – Wasser ist eine enorme Gefahr für jedes Haus. Das Problem ist, dass sich Wasser immer einen Weg sucht und nicht nur offensichtlich der Schwerkraft folgt, sondern dies in den Wänden tut. 
  • Aufgeweichte Dämmung – zwischen Dach, Folien und Verkleidung befindet sich Dämmung. Diese ist wie ein Schwamm. Dringt Wasser ein, so saugt sich die Dämmung nachhaltig voll, was nicht nur zu Feuchtigkeitsschäden, sondern auch zu Schimmelbildung führt.
  • Holz – der Dachstuhl ist in den meisten Fällen aus Holz. Feuchtigkeit ist auf Dauer tödlich für die Balken, denn sie weichen auf, neigen zu Schimmel und werden zuletzt instabil.

Dachschäden können bei Stürmen, Unwettern, Schneelasten, aber auch durch das Alter auftreten. Schnelle Hilfe ist immer notwendig. Im ersten Augenblick kann das Dach mit Planen soweit abgedeckt werden, dass wenigstens das Übelste abgewendet werden kann. Nachfolgend ist es allerdings notwendig, dass der Dachdecker die Lage überprüft:

  • Was ist defekt? – im besten Fall haben sich nur Ziegel verschoben oder sind heruntergefallen. Diese können recht leicht wieder repariert werden.
  • Folgeschäden – ist Feuchtigkeit eingedrungen? Nun müssen natürlich die Ausmaße des Schadens geprüft und bewertet werden. Teilweise reicht es, den Schaden zu beheben, da der Rest nun schnell trocknen kann. Bestand der Schaden jedoch schon länger und hat sich das Wasser seinen Weg gesucht, sind Folgemaßnahmen notwendig.
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Wichtig ist, dass kein Laie jemals auf das Dach des Hauses steigen sollte. Das gilt übrigens auch für Flachdächer, wie sie beim Bungalow häufig vorkommen. Selbst das neue Verlegen und Befestigen der speziellen Dachpappe sollte nur von Profis übernommen werden. Nur sie können den Umfang einschätzen und sicherstellen, dass die Undichtigkeiten korrekt behoben werden.

Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden

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Schimmel ist das Grauen eines Hausbesitzers. Nicht nur gibt es verschiedene Arten des offensichtlichen Pilzgeflechts, es kann auch gesundheitsschädlich sein und die Bausubstanz auf die eine oder andere Weise schädigen. Doch was können Hausbesitzer machen?

  • Befall prüfen – wo befindet sich der Schimmel? Es gibt recht eindeutige Stellen in jedem Haus, die eher auf das falsche Lüftungsverhalten hinweisen. In den Ecken der Fenster, unterhalb des Fensterbrettes, den Ecken der Außenwände beispielsweise. Schimmel an Innenwänden hingegen deutet nahezu immer auf eine Undichtigkeit von wasserführenden Leitungen hin. Dies ist besonders rund um Bäder und Küchen der Fall und mitunter tückisch. Diese Schimmelflecken werden meist nämlich durch Zufall entdeckt, wenn der Schrank abgezogen wird. Durch die mögliche Zeitspanne, in der die Feuchtigkeit sich ausbreiten konnte, sind weitere Schäden zu befürchten.
  • Fachmann holen – auch bei den typischen Schimmelbildungen, die auf das Lüftungsverhalten Rückschlüsse ziehen lassen, sollte ein Fachmann beauftragt werden. In diesen Ecken kann es nämlich auch dann schimmeln, wenn die Fassadendämmung Defekte hat oder nicht ausreicht.
  • Großflächiger Schimmel – ein Fachmann bietet nun nicht nur eine Beseitigungshilfe, er kann auch den Schimmel an sich bestimmen.
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Mitunter kommt es auch darauf an, wie lange der Hauseigentümer schon in Besitz des Hauses ist. Leider ist es keine Seltenheit, dass Mängel vom Voreigentümer vertuscht werden, die Wochen bis Monate nach dem Kauf des Hauses ans Licht kommen. Einzig Gutachter können nun die wichtigen Beweise sichern und belegen, dass diese Mängel schon beim Kauf des Hauses vorhanden waren.

Abseits der finanziellen Folgen und Kosten ist die Gesundheitsgefahr durch eine ausgeprägte Schimmelbildung niemals zu unterschätzen. Auch hier ist das Schadensbild tückisch. Nicht jeder trägt offensichtliche Symptome davon und manche tauchen erst später auf. Viele Symptome werden auf den Alltag, die Witterung oder die Jahreszeit geschoben. Wer im Sommer eine verstopfte Nase hat, der denkt oft an Heuschnupfen, im Winter an eine Erkältung. Wer unter Kopfschmerzen leidet, der schiebt die Probleme gerne auf den Stress. Leider sind all diese Anzeichen aber auch federführend für Allergiesymptome, die sich auf Schimmel im Heim zurückführen lassen. Im schlimmsten Fall kommt es zum ausgeprägten Asthma.

Aus diesem Grund darf die Schimmelbildung niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Die Ursache ist zu finden, denn sind die Wände feucht, leidet nicht nur der Mensch, sondern auch die Bausubstanz.

Es gibt aber auch Schimmel, der eher ungefährlich für das Haus ist. Wer sein Haus selbst renoviert hat und eventuell alte oder mit Sporen verunreinigte Farbe nutzte, der kann sich die Sporen selbst an die Wand gemalert haben. Jedoch sind diese Missgeschicke recht selten, zumal die Farbe schon am muffigen Geruch zu erkennen ist.

Plötzlicher Gestank im Hausflur oder Keller

Riecht es nicht muffig, sondern nach Abwasser, ist es beim Gang in den Keller durchaus sinnvoll, hinzuschauen oder auch Gummistiefel zu tragen. Es könnte ein Problem mit dem Abwassersystem des Hauses vorliegen, wobei es hier natürlich Abstufungen gibt:

  • Nach Unwetter – die Abwassersysteme von Städten und Gemeinden sind bei Starkregen gerne mal überfordert. Nun kann es sein, dass das Wasser zurück in die Häuser gedrückt wird. In der Folge überflutet der Keller.
  • Im Herbst – hin und wieder geschieht es, dass Herbstlaub die Abwassersysteme überfordert und starker Regen nicht mehr abfließen kann. Auch nun kann das Wasser zurück in die Häuser gedrückt werden.
  • Allgemein – Verstopfungen können nicht nur im Siphon, der Toilette oder in häuslichen Rohren auftreten. Gerade die älteren Kanalisationen sind oft an der Rohrinnenseite von Ablagerungen befallen, die nach und nach den Innendurchmesser des Rohres verengen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem das Brauchwasser nicht mehr korrekt abfließt, sich Toilettenpapier verheddert oder auch Hygieneartikel den Abfluss verhindern. Je nachdem, an welcher Stelle dies geschieht, bleibt das Wasser nicht im Waschbecken stehen, sondern drückt aus dem Kellergulli heraus.
  • Pumpen – verfügt das Haus über Abwasserpumpen, so können diese natürlich ebenfalls defekt sein.

Die ersten Schritte kann jeder Hausbesitzer selbst übernehmen. Das Wasser muss aus dem Keller, denn stehendes Wasser schadet dem Gemäuer. Bei Problemen innerhalb der Abwasserkanalisation sollten Hausbesitzer allerdings einen Fachmann für Rohrreinigung suchen. Es gilt, die Schwachstelle nicht nur zu finden und zu beseitigen, sondern auch die Ursache zu eruieren. Mitunter lohnt es sich, auch die abwasserführenden Leitungen des Hauses einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist der Innendurchmesser der Rohre schon länger verringert, ist es durchaus denkbar, dass sich die Ablagerungen nach vorne – in Richtung des Hauses – bewegt haben.

Während ein verstopfter Siphon durchaus leicht selbst zu reinigen ist, sollten Hausbesitzer von echten Verstopfungen des Hausanschlusses und der Kanalisation die Hände lassen. Sie haben weder die Werkzeuge noch das Wissen, um diese Probleme korrekt zu beheben.

Tipp: Teilweise hilft es, im Herbst die örtlichen Stadtwerke anzurufen und darum zu bitten, dass das Herbstlaub weggespült wird. Es gibt Straßen und Gebiete in jeder Stadt, in der diese Problematik fast jährlich auftritt. Viele Städte ›lernen‹ nach einer gewissen Zeit, welche Kanalisationsabschnitte sie besonders im Auge behalten müssen, sodass der Rückstau bei herbstlichen Regenfällen gar nicht mehr auftritt.

Schäden an der Elektrik

Vorab: Jegliche elektrischen Bereiche, die sich abseits eines Lichtschalters und einer Wandsteckdose befinden, gehören ausschließlich in die Hände eines Fachmanns.

Durch ihr Alter kann die Elektrik eines Hauses durchaus in die Knie gehen. Besonders häufig geschieht des bei älteren Häusern, denn deren Leitungen wurden damals nicht auf die heutigen Bedürfnisse ausgelegt. Das lässt sich oft schon an der Platzierung und Menge der Steckdosen erkennen: Heute würde kein Wohnzimmer mehr mit vier Einzelsteckdosen geplant werden, früher war das gängig. Doch woran lassen sich Probleme erkennen?

  • Sicherungen – fliegt eine Sicherung heraus, hat das immer eine Ursache. Oft genug ist diese schnell zu finden, denn hat der Toaster einen Kurzschluss, fliegt die Sicherung heraus. Doch kommen Schutzsicherungen auch ihrer Aufgabe nach, wenn es zu Problemen innerhalb der Leitungen kommt. Spätestens, wenn der F1-Schalter herausfliegt, ist enorme Vorsicht geboten.
  • Probleme – Überlastungen und Defekte in den Leitungen sind die häufigste Ursache für solche Schäden. Überlastungen geschehen gerade in älteren Gebäuden schnell, denn die elektrischen Geräte haben in der Masse zugenommen. Defekte in den Leitungen können Kabelbrüche sein, aber auch fehlerhafte Isolierungen, die zu einer Wärmebildung bei Benutzung führen.
  • Behebung – einen defekten Toaster kann jeder austauschen, auch eine wackelige Steckdose. Doch alles, was sich in der Wand befindet, ist ausschließlich ein Fall für den Elektriker. Wer hier eigenständig Hand anlegt, riskiert sein Haus, sein Leben und seine Versicherungen. Fehlerhaft reparierte oder verlegte elektrische Leitungen führen jährlich zu dutzenden Bränden.

Speziell können E-Fahrzeuge Probleme auslösen. Wer keine spezielle Ladestation vom Fachmann installieren lässt, sondern das Auto über Nacht über die gewöhnliche Steckdose lädt, der überlastet das Stromnetz und die Steckdose. Im Ernstfall hat der Hausbesitzer nun Glück, wenn die F1-Sicherung rechtzeitig auslöst.

Risse im Mauerwerk

Hier gibt es tatsächlich eine juristische Antwort: Es kommt drauf an. Risse in Mauerwerken sind nicht unbedingt tragisch, denn sie können beim Trocknen entstehen. Andere Rissen deuten auf echte Schwierigkeiten hin, die durchaus dazu führen können, dass die eine Haushälfte eines Morgens einige Zentimeter unter der anderen liegt. Es gilt:

  • Messen – jeder Riss sollte direkt dokumentiert und nachgemessen werden. Wie lang ist er und wie breit? Fotos helfen ebenfalls. Gut ist, jeweils seitlich des Risses und an den erst gesehenen Endpunkten kleine Markierungen anzubringen. So lässt sich schon ohne Maßband erkennen, ob der Riss arbeitet.
  • Gutachter – sicherheitshalber sollte stets der Gutachter zu Rate gezogen werden. Das gilt bei Neubauten noch strenger als bei Bestandsgebäuden.

Fakt ist auch, dass die Risse niemals einfach zugespachtelt werden dürfen. Immerhin ist wohl noch vielen die Geschichte aus Wuppertal im Gedächtnis. 

Welche Möglichkeiten bestehen zur finanziellen Absicherung?

Hausbesitzer können etliche Schäden durchaus über eine Versicherung absichern lassen, doch kommt es mitunter auf den Standort des Hauses an:

  • Elementarschäden – Sturmschäden, aber auch Wasserschäden durch Überflutung oder hochgedrücktes Abwasser lassen sich mitunter absichern. Im Nachteil sind Hausbesitzer, die in flutbekannten Gegenden leben. Dasselbe gilt übrigens für Dachschäden durch massiven Schneefall. Auch hier weigern sich Versicherungen in markanten Regionen gerne, diese Schäden ohne massiven Aufpreis in den Vertrag mit aufzunehmen.
  • Gebäudeversicherung - sie deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Diese Versicherung trägt auch die Kosten zur Behebung der Schäden. Allerdings sollten die Versicherungsbedingungen im Vorfeld genauer begutachtet werden.
  • Elektrik - sie wird, je nach Schaden, von der Hausrat- oder Gebäudeversicherung getragen. Allerdings kommt die Versicherung erst nach einem Schaden für die Kosten auf. Wobei es hier deutliche Einschränkungen gibt. Wer eigenständig elektrische Leitungen verlegt, dem könnte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.

Fazit – bei Schäden klug handeln

Der erste Reflex vieler Hausbesitzer ist, im Schadensfall selbst zu agieren und die Probleme eigenständig zu lösen. Das ist hin und wieder durchaus sinnvoll, doch nicht immer und auch nicht bis zur letzten Konsequenz. Wer nach einem Sturm das Dach mit Planen abdeckt, der macht nichts falsch, wer allerdings das Dach ohne Fachwissen repariert, der schon. Sich bei Schäden in der Elektrik eigenständig auf die Suche nach der Fehlerursache zu begeben, kann auch nicht schaden - solange der Elektriker ebenfalls kontaktiert wird. Es gibt auch für handwerklich begabte Hausbesitzer etliche Bereiche, die lieber in fachmännische Hände gelegt werden sollten. Das spart am Ende meist nicht nur Ärger, sondern auch Geld. Denn wer es selbst macht, zahlt oft doppelt und dreifach.