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Mieten - Manchen Vermieterinnen und Vermietern ist Hilfsbereitschaft wichtiger als sehr hohe Einkünfte

Mit Sympathie und Sorgfalt die Traumimmobilie ergattern

Von 
Monika Hillemacher
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Willkommen in der Neuzeit: Nicht alle Vermieterinnen und Vermieter schätzen digitale Bewerbungsmappen. Denn die wirken schnell unpersönlich und sorgen für Datenmüll. © Christin Klose/ dpa

Dortmund/Berlin/Hamburg. Eine Wohnung zu finden, ist häufig Glückssache. Interessenten können ihrem Fortune aber etwas auf die Sprünge helfen: Indem sie einen guten Eindruck machen. Worauf es ankommt, wenn Wohnungssuchende bei Vermietern punkten wollen.

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Wer sich um eine Wohnung bewirbt, sollte sich genauso sorgfältig vorbereiten wie auf eine Jobbewerbung, empfiehlt Karsten Statz vom Spar- und Bauverein Dortmund. Der größten Genossenschaft Nordrhein-Westfalens gehören rund 12 000 Wohnungen.

Mit im Schnitt knapp über fünf Euro pro Quadratmeter ist die Miete sehr günstig. Von Bewerbern für seine begehrten Wohnungen wünscht sich der Bau- und Sparverein ein „gepflegtes, souveränes Äußeres und höfliches Auftreten“. Pünktlichkeit eingeschlossen.

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Zusatzpunkte können Interessenten etwa sammeln, wenn sie begründen, warum sie in eine Genossenschaftswohnung ziehen wollen, und wie sie sich dem Quartier und der Gemeinschaft verbunden fühlen. Ehrenamtliches Engagement kann ebenfalls zählen. „Wichtig ist ein guter Gesamteindruck“, sagt Statz.

Persönlichkeit ausschlaggebend

Ähnlich wie die Genossenschaft ticken Wohnungsunternehmen und private Vermieter. Sie wollen möglichst schon beim ersten Kontakt – unabhängig davon, ob schriftlich oder telefonisch – etwas über die Persönlichkeit von Mietinteressenten erfahren. Die meisten wollen zum Beispiel den Grund der Wohnungssuche wissen – etwa wegen eines kürzeren Arbeitswegs, aufgrund von Familienzuwachs oder Trennung. Das sollten Bewerber gleich mitteilen.

Dagegen sollten Einkommen, Schufa-Auskunft und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung eigentlich erst ein Thema sein, falls nach der Besichtigung ernsthaftes Interesse an der Wohnung besteht. Denn vorher dürfen Eigentümer und Vermieter offiziell nicht danach fragen. So sehen es die Datenschutzregeln vor.

Obwohl kein Auskunftsanspruch bestehe, „haben Mieter oft keine andere Wahl als die Unterlagen vorzulegen, da sie andernfalls keine Chance auf die Anmietung der Wohnung haben“, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin.

Mieter muss zum Objekt passen

Von den Angaben versprechen sich Eigentümer frühzeitig einen Hinweis darauf, ob Kandidaten ihren Vorstellungen vom idealen Mieter entsprechen. Der soll üblicherweise nicht nur zum angebotenen Objekt, sondern auch zur Nachbarschaft und natürlich zum Vermieter selbst passen. Der Abgleich „ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl“, sagt die Hamburger Maklerin Simone Foth, die als Sozialbotschafterin im Immobilienverband Deutschland (IVD) fungiert. Es geht um Homogenität und das Vermeiden von Konflikten.

Foth nennt als Beispiel ein von vielen älteren Menschen bewohntes Haus. Die einen würden sich über junge Leute freuen, die Leben in die Bude bringen. Die anderen hegten Bedenken, weil es eventuell lauter wird. Vermittler und Vermieter bezögen dies von Anfang an in ihre Überlegung ein.

Sogenannte Bewerbungsschreiben und erste Gespräche dienten dazu, ungeeignete Wohnungskandidaten zügig herauszufiltern. „Das kann beiden Seiten Enttäuschungen ersparen“, sagt Foth. Schließlich gehe es um ein solides Mietverhältnis, mit dem sowohl Mieter als auch Vermieter zufrieden sind. Die Aussichten steigen, je besser Kandidaten den Vermieteransprüchen entsprechen.

Aus Wohnungsinseraten lässt sich aber nicht immer klar herauslesen, was erwartet wird. Das erschwert es Interessenten, einen Treffer zu landen. Foths Erfahrung nach bewerben sich viele deshalb blind. Mit dem Risiko, früh rauszufliegen und noch mehr Frust zu schieben. Zur Vermeidung rät die Maklerin trotz allem genau zu lesen.

Denn auch indirekte Hinweise können helfen: Eine als verkehrsgünstig gelegen beschriebene Lage ist nichts für Ruhebedürftige, eine ruhige Anlage taugt kaum für Familien.

Bewerbung so sorgfältig vorbereiten wie für den Job

Die meisten Wohnungssuchenden wenden sich zunächst über Internet und Mail an den Vermieter. Schon bei diesem Kontakt sollte das Anschreiben so sorgfältig abgefasst sein wie bei der Bewerbung um einen neuen Job: Der Text sachlich und knapp, um dem Leser bei der Vielzahl von Bewerbern Zeit zu sparen, der Inhalt möglichst frei von Rechtschreibfehlern.

Auf diejenigen, die gleich alle Unterlagen mitschicken, zielen Anbieter digitaler Bewerbungsmappen. Sie werben damit, dass Vermietern von Anfang an ohne großen Aufwand sämtliche Unterlagen zur Verfügung stehen, wodurch der Wohnungskandidat eine bessere Startposition gewinnen könne. Darüber hinaus kann das abgespeicherte Profil in der Regel mehrfach verwendet werden, was wiederum Bewerbern Arbeit erspart.

Geldinstitute wie die Berliner Sparkasse bieten ebenfalls Online-Bewerbungsmappen an. Dafür werden Girokontodaten aus dem Online-Banking hochgeladen, ein Dienstleister generiert daraus die Unterlagen einschließlich Bonitätsauskunft. Häufig sind digitale Bewerbungsmappen kostenpflichtig.

Persönlicher Kontakt besser

Von solchen Angeboten hält Maklerin Foth wenig. „Ich gucke nicht rein“, sagt sie. Sie bevorzugt den persönlichen Kontakt. „Das ist zeitlich effizienter, als sich durch Datenmüll zu arbeiten“, sagt sie. Unter vier oder sechs Augen können Bewerber auch mit Qualitäten jenseits einer perfekten Unterlage überzeugen: etwa mit Sympathie und Hilfsbereitschaft.

Wenn jemand eine helfende Hand im Hof oder im Haus anbietet oder die Chemie zwischen Vermieter und Kandidat stimmt, kann das den Zuschlag sichern: „Gerade bei Kleinvermietern wird das eine große Rolle spielen“, mutmaßt auch der DMB. Kleinvermieter stellen in Deutschland das Gros der Mietwohnungen bereit.

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