Mobilität - Die kleinen Modelle sind zwar keine Alleskönner – doch sie fahren sich in vielen Bereichen komfortabler als Falträder oder große Citybikes

Underdogs auf 20 Zoll: Vorteile von Kompakträdern

Von 
Stefan Weißenborn
Lesedauer: 
Platzsparen: Ob zum Pendeln oder für die Freizeit – kompakte Modelle können eine praktische Alternative zu normal großen Fahrrädern sein. © iSY.de/dpa

Berlin. Sie sind wendig, meist robust gebaut und damit belastbar: Kompakträder eignen sich wie kaum eine andere Gattung für alltägliche Wege. Im Vergleich zu den beliebten Trekking- oder Cityrädern, die seit Jahren die Verkaufscharts anführen, nehmen sie viel weniger Platz ein.

AdUnit urban-intext1

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) führt die Kompakten auf seiner Website „als unterschätzte Gattung“ zwischen herkömmlichen Fahrrädern und Falträdern. „Kompakträder kombinieren Vorteile beider Welten und sind prädestiniert für den Stadtverkehr“, heißt es dort.

Konstruktiv unterscheiden sich Kompakträder in vielen Punkten von anderen Fahrrädern: So rollen sie in der Regel auf 20 Zoll großen Rädern. Diese sind kleiner als bei Trekkingbikes, Rennrädern oder auch Mountainbikes. Die kleinen Räder ermöglichen eine „agile Fahrdynamik“, sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Das heißt, das Fahrverhalten lässt sich leichter kontrollieren als bei größeren Rädern. Zugleich ist ihr Radstand, der Abstand zwischen den Achsen, ähnlich lang wie bei einem 28er Cityrad. Kleine Räder, langer Radstand – auf diese Weise schaffe man es, „die eigentlich miteinander unvereinbaren Eigenschaften Geradeauslauf-Stabilität und Wendigkeit zu kombinieren“, sagt Marc Burger vom Hersteller i:SY.

Das Marktangebot an Kompakträdern ist verglichen mit Boomsegmenten wie E-Mountainbikes oder etablierten Evergreens wie Trekkingrädern übersichtlich. Einige Hersteller bauen Kompakträder, wobei die meisten unter ihnen das Segment mit E-Bikes bedienen: Patria, Orbea, Tern, Winora, Prophete, Cube, Riese & Müller oder auch kleinere oder unbekanntere Firmen wie Bernds oder Bike Friday. Zu kaufen gibt es neben der Urform Lastenradversionen, Tandems oder Singlespeed-Kompakte mit Rennlenker und hohem Sattel. Federgabeln finden sich auch, oft setzt man aber auf den Dämpfungskomfort der typischen Ballonreifen.

AdUnit urban-intext2

Das Kompaktrad verzichtet auf einen Faltmechanismus. Um es besser verstaubar zu machen, bauen die Hersteller den Fahrrädern Lenker und Pedale an, die man querstellen, ab- oder einklappen kann. Zahlreiche Modelle sind mit Gepäckträgern oder Körben gerüstet.

Der Schwerpunkt des Fahrrads ist niedrig. Das kommt der Laufruhe zugute – vor allem, wenn man das Rad bepackt fährt. Fährt das Zusatzgewicht weiter unten mit, liegt das Velo satter auf der Straße. Aufgrund der robusten Konstruktionsweise sind Kompakträder insgesamt nicht so leicht. Schon ohne Elektrifizierung kommen da mal schnell 15 Kilo zusammen.

AdUnit urban-intext3

Wenige Ersatzteile

Trotzdem sind es keine Alleskönner, sie gehen Kompromisse ein: Kleine Laufräder rollen weniger gut über Hindernisse als große. Auch die Auswahl an Ersatzteilen für 20-Zoll- oder auch kleineren Rädern ist vergleichsweise eingeschränkt.

AdUnit urban-intext4

Preislich sind die Kompakten keine ganz billige Sache: Das Einstiegs-i:SY Lite S8 kostet 1399 Euro, und als E-Bikes sind die Kompaktem eh teurer. tmn

Ausgezeichneten Journalimus mit MM+ neu entdecken

MM+ neu entdecken

Nein, Danke