Angehört - Soul Celeste - „Not Your Muse“

Von 
Jörg-Peter Klotz
Lesedauer: 

Mannheim. Schon die Vornamen von Celeste Epiphany Waite versprechen eine himmlische Offenbarung. Auch die Kritiken zu ihrem Debütalbum „Not Your Muse“ sind hymnisch – und nichts davon ist übertrieben. Wer ihren Meilenstein-Auftritt bei den Brit-Awards 2020 mit „Strange“ gesehen hat, konnte da auch keine Zweifel hegen. Diese Ballade und der fast noch bessere Album-Opener „Ideal Woman“ stellen ganz puristisch eine Stimme in den Mittelpunkt, für deren Einordnung man ins oberste Regal greifen muss: Zur Phrasierungskunst à la Billie Holiday, Nina Simone oder Amy Winehouse kommt das Stimmvolumen einer Adele. Die immer völlig unangestrengt und bei sich klingt, und erfreulicherweise vin ihrem aus dem Indie-Pop kommenden Songwriting-Partner und Produzenten Jamie Hartman kaum einmal mit Effekten verstellt wird.Das ist großer Soul – klassisch, nicht altmodisch. Wenn im weiteren Verlauf des durchgängig starken Albums Tempo und instrumentale Klangfülle zunehmen, wird der Sound zwar wesentlich konventioneller – aber die Faszination bleibt. 

Das zu Recht hymnisch gefeierte erste Album von Celeste. © Universal Music
AdUnit urban-intext1

(Universal Music)

★ ★ ★ ★ ★

Ressortleitung Stv. Ressortleiter Kulturredaktion