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Albumreview Deutschpop

Bosse bittet auf neuem Album „Sunnyside“ zum Tanz

Von 
Jörg-Peter Klotz
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Mannheim. Immerhin vor Kanye West: Nach zwei Nummer-eins-Alben in Folge ist Deutschpop-Songwriter Aki Bosse „nur“ auf Platz drei der Charts gelandet, das aber vor dem Hip-Hop-Weltstar aus den USA. Dabei ist sein achter Longplayer „Sunnyside“ pandemiebedingt im Home-Office entstanden, also mit wenig Aufwand im eigenen Kellerstudio – dazu kamen Nachveredelungen von Produzenten wie Tobias Kuhn.

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Auf der "Sunnyside": Deutschpop-Songwriter Aki Bosse. © Vertigo Records

Die 13 Songs sind nicht nur neu, sie klingen auch so: So viele künstliche Elemente wie Synthesizer oder Drumloops hat Bosse wohl noch nie eingesetzt. Dadurch wird die Musik tanzbarer, ganz gemäß dem Radio-und Single-Charts-Dauerbrenner „Der letzte Tanz“. Dessen hoffnungsfrohe Carpe-Diem-Thematik, der Corona-Problematik zum Trotz, zieht sich weitgehend durch bis zur politischen Schlussnummer „Das Paradies“, die sogar den Blick die besorgniserregende gesellschaftliche Spaltung mit einem Blick zurück halbwegs ins Positive wendet.

Nur positiv ist das neue Klanggewand aber nicht: Bosses Stimme wirkt austauschbarer, der sehr mittige Mix lohnt den Kauf der Vinyl-LP nicht. Die akustischen, trotz Streichern puristisch arrangierten Versionen der Deluxe-Edition-Bonus-CD überstrahlen die Studioversionen oft. Aber die unverstellt emotionale, referenzreiche Art zu texten, wegen der Bosse fast immer aus der unüberschaubar gewordenen Flut an Deutschpop-Poeten herauslugte und für manche sogar als Indie-Popper im Team Tomte und Co. durchging, bleibt immer noch reizvoll. Das Reinhören lohnt also. (Vertigo Records)

Ressortleitung Stv. Ressortleiter Kulturredaktion

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