Zuhause gebraut: Craft Beer

Von
Sophia Gehr
Lesedauer:

Sie sind anders als die Produkte, die man aus alteingesessenen deutschen Brauereien kennt: Craft-Biere. Ihren Ursprung haben sie in den USA. 1978 unterzeichnete der damalige Präsident Jimmy Carter ein Gesetz, das den Amerikanern erlaubte, ihr Bier eigenhändig zu Hause zusammenzumischen und herzustellen. So entstanden rauchige, cremige, nach Frucht oder Karamell schmeckende Sorten, die über das übliche Pils, Helle und Weizen hinausgehen. Eine eindeutige Definition für Craft-Biere gibt es in Deutschland bislang aber nicht.

Die Biere überzeugen durch Vielfalt und ihre geschmackliche Bandbreite. © dpa
AdUnit urban-intext1

„Allgemein fallen unter den Begriff handwerklich hergestellte Biere aus kleinen, regionalen Brauereien“, erklärt Ben Vivell, Gründer und Inhaber der Craft-Bier-Bar „Taproom“ im Mannheimer Jungbusch. Er bietet in seiner Bar seit fünf Jahren ausschließlich Craft-Biere an – dafür aber aus der ganzen Welt, wie er sagt. „Für mich persönlich ist ein weiteres wichtiges Kennzeichen die Vielfalt und geschmackliche Bandbreite der unterschiedlichen Sorten.“

Besonderer Aroma-Hopfen

Häufig würden diese sehr fruchtig schmecken, so der Taproom-Inhaber. Aber nicht etwa, weil Obst beim Brauen verwendet wird. „Die Biere werden meist aus speziellem Aroma-Hopfen hergestellt, unter anderem aus Neuseeland“, sagt Vivell. „Dadurch entsteht am Ende dann beispielsweise Maracuja-Geschmack, ohne dass tatsächlich Maracuja drin ist.“

Obwohl es mittlerweile ganze Craft-Bier-Messen, -Verkostungen und -Sommeliers gibt, entspreche der amerikanische Trend hierzulande immer noch einer Nische, findet Vivell. Auch in Mannheim sei er zunächst auf viel Skepsis gestoßen. „In den USA, Großbritannien und Skandinavien findet man in jedem Supermarkt die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen“, erzählt er. Die wenigen deutschen Craft-Biere würden zu 90 Prozent in Berlin hergestellt werden. Seit zwei Jahren kann man im Mannheimer Taproom nun auch eigene Craft-Biere kaufen. Das Brauen hat sich Vivell selbst beigebracht. Sophia Gehr

Volontariat Volontärin