Pflanzendrinks - Wie finde ich die richtige vegane Milch für mich?

Von 
Julia Brinkmann
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Reis-, Hafer- und Sojamilch sind drei pflanzliche Milchalternativen. © Julia Wadle

Das Wichtigste in Kürze

Die Auswahl an pflanzlichen Milchalternativen ist selbst im Discouter groß

Sojamilch ist ein Allrounder, Hafermilch schmeckt süßlich, Reismilch ist mild

Welche passt zu Müsli, welche in den Kafee?

 

In dieser Kolumne gibt die MM-Autorin Julia Brinkmann Tipps, wie jeder vegane Alternativen ausprobieren kann – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit reichem Erfahrungsschatz. Julia Brinkmann lebt selbst seit sieben Jahren rein pflanzlich.

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Hand auf’s Herz: Schmeckt Ihnen Sojamilch? Ganz ehrlich: Mir als Langzeitveganerin oft nicht. Wenn ich in einem nicht explizit veganen Café etwas trinken möchte, bin ich als Milchkaffee-Liebhaberin eigentlich schon glücklich, wenn es Sojamilch gibt.

Ein Glas Sojamilch. © Julia Wadle

Wenn ich dann den ersten Schluck nehme, ist mein Glück manchmal jäh vorbei: Ein pappiger Geschmack macht sich breit. Unschön. Ich trinke mein Getränk dann trotzdem brav aus und mache mir die geistige Notiz, mich doch noch mehr an schwarzen Kaffee, wenn es sein muss, zu gewöhnen. In Cafés, die sich um vegane Alternativen bemühen, rumzustänkern, dass sie bislang nur eine einzige haben, ist auch nicht so mein Stil. Aber kurz darauf sorge ich mich dann eben schon: Gibt es Gäste, die hier mal einfach ausprobieren wollten, einen Kaffee mit pflanzlicher Milch zu trinken, enttäuscht wurden, und es daraufhin nie wieder probiert haben?

Sortenvielfalt für jeden Geschmack

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Es gibt übrigens auch Sojamilch, die mir schmeckt. Nur hat sie eben mächtig Konkurrenz: Eine Hülle und Fülle an Herstellern produziert Milchalternativen, nahezu alle Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte und selbst Discounter führen sie. Es gibt Pflanzendrinksorten in konventioneller und Bio-Qualität, mit und ohne Zucker, mit Vanille- oder Schoko-Aromen und mit Nährstoff-Zusätzen. Wer die passende Milch für sich sucht, hat also die Qual der Wahl. Pflanzendrink heißt es übrigens, weil laut EU-Recht nur Produkte, die einen tierischen Ursprung haben, als Milch bezeichnet werden dürfen.

Sojamilch gilt als neutraler Allrounder, ist eiweißreich und lässt sich deshalb gut aufschäumen.

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Hafermilch läuft Sojamilch langsam in Sachen Beliebtheit und damit auch in Sachen Preis den Rang ab. Sie schmeckt, auch wenn kein Zucker zugesetzt wurde, süßlich und ist ebenfalls gut aufschäumbar. Zudem hat Hafermilch mit Abstand die beste Ökobilanz aller Pflanzendrinksorten.

Ein Glas Hafermilch. © Julia Wadle
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Reismilch ist süßlich und mild, jedoch oft wässrig.

Mandelmilch hat dagegen einen starken Eigengeschmack, der vielen Menschen zusagt – dafür verbrauchen Mandeln viel Wasser. Die Liste lässt sich schier endlos fortführen: Haselnussmilch, Cashewmilch, Dinkelmilch, Erbsenmilch, Hanfmilch, Quinoamilch. Ich muss zugeben: Ich habe selbst manches gar nicht oder nur einmal aus Neugier probiert.

Eine Übersicht über die Ökobilanzen der einzelnen Sorten, auch im Vergleich zu Kuhmilch, hat etwa Geo, ausführlicher die Albert-Schweitzer-Stiftung, auch über Nährwerte informiert der Bayrische Rundfunk.

Wie kann der Umstieg von Kuhmilch auf Pflanzenmilch gelingen?

Geschmacklich unterscheiden sich alle Sorten von Kuhmilch, das ist logisch – es geht dabei ja auch nicht um’s „Nachmachen“. Der bloße Wille, Neues auszuprobieren, ist schon die halbe Miete, wenn man auf Pflanzendrinks umsteigen möchte oder sie zumindest öfter verwenden will. Zum Einstieg empfehle ich Hafermilch – dabei unterscheiden sich auch einzelne Marken nicht so stark voneinander wie bei Sojamilch. Es kommt natürlich auch darauf an, wo Sie Milch ersetzen möchten. Müsli kann meiner Erfahrung nach so ziemlich jede Sorte vertragen. Für Kaffee eignen sich Hafermilch, Mandelmilch oder andere Nussmilchsorten – wenn man den Eigengeschmack mag.

Ein Glas Reismilch. © Julia Wadle

Wer das erste Mal vegan Pfannkuchen braten möchte, dem empfehle ich, Sojamilch zu nehmen: Sie bindet am besten. In anderen Kuchen kommt es hingegen in der Regel nicht auf die Flüssigkeit an. Bei ersten veganen Backversuchen ist es möglicherweise sinnvoll, von vorneherein vegane Rezepte zu probieren. Das Lieblingskuchen-Rezept kann man immer noch  veganisieren, wenn man ein Gefühl für veganen Ei-Ersatz entwickelt hat. Auch bei der Konsistenz von Schokoladenpudding stelle ich wenig Unterschiede zwischen den einzelnen Milchsorten fest. Geschmacklich schlagen Zucker und Kakao durch – egal, welche Sorte genutzt wird.

Beim Essen und Trinken sind wir Menschen übrigens Gewohnheitstiere. Heißt: Wir können uns an den Geschmack, etwa von Hafermilch, schlicht gewöhnen. Genauso wie sich viele nach ihrer Kindheit dann doch an den Geschmack von Spinat oder Rosenkohl gewöhnt haben.

Volontariat Redaktionsvolontärin