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Projekt "radspaß" in BaWü: Training soll überdurchschnittlich hohe Zahl der Pedelec-Unfälle senken

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Angesichts des Pedelec-Booms ist es nicht verwunderlich, dass gerade bei diesen Rädern die Anzahl der Unfälle deutlich gestiegen ist. Besonders gefährlich sind Kreuzungsbereiche, wie hier in der Landeshauptstadt Stuttgart. © djd/radspass.org/ADFC

(djd-p). Die Mobilität mit dem herkömmlichen Fahrrad und vor allem mit Pedelecs nimmt zu. Pedelecs sind Fahrräder mit Hilfsantrieb, umgangssprachlich werden sie häufig auch als E-Bikes bezeichnet. Wer - so oder so - in die Pedale tritt, ist gesünder unterwegs, schont das Klima und ist Teil der Verkehrswende. Allerdings führt die steigende Zahl der Menschen, die sich mit dem Zweirad bewegen, auch zu einem verstärkten Unfallgeschehen. Angesichts des Pedelec-Booms ist es nicht verwunderlich, dass gerade bei diesen Rädern die Anzahl der Unfälle deutlich gestiegen ist.

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Pedelecs: Zahl vervierfacht, Unfälle verachtfacht

Das Statistische Bundesamt ist in einer aktuellen Studie speziell auf das Unfallgeschehen mit Pedelecs eingegangen. Im vergangenen Jahr gab es in gut 13 Prozent der privaten Haushalte mindestens ein Pedelec, 2014 waren es erst etwa drei Prozent. Die Zahl der Pedelecs hat sich somit in etwa vervierfacht. Die Zahl der Pedelecunfälle mit Personenschaden hat sich im selben Zeitraum allerdings sogar mehr als verachtfacht, nämlich von gut 2.000 auf gut 17.000. Bemerkenswert: Die Zahl der Unfälle mit nicht motorisierten Rädern ist im untersuchten Zeitraum deutlich gesunken. Und so begründen die Statistiker die hohe Zahl der Pedelec-Unfälle: Das durchschnittliche Alter der Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet werden, ist seit 2014 zwar deutlich gesunken. Nach wie vor sind die Verunglückten aber überdurchschnittlich alt - und deshalb verlaufen Pedelecunfälle häufig schwerwiegender als Unfälle mit Fahrrädern ohne Motor. In konkreten Zahlen ausgedrückt: Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet wurden, waren im Durchschnitt 55 Jahre alt, auf einem nicht motorisierten Fahrrad 41 Jahre.

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Der häufigste Unfalltyp bei Fahrradunfällen sind sogenannte Konfliktunfälle beim Einbiegen und Kreuzen. Es folgen Unfälle, die aus Fahrfehlern resultieren. Interessant: Dieser Wert liegt für Pedelecunfälle fast zehn Prozentpunkte über dem von Radfahrenden ohne Motor. Weil also das Pedelec-Fahren seine Tücken hat und sich deutlich vom herkömmlichen Radeln unterscheidet, will das vom baden-württembergischen Ministerium für Verkehr geförderte Projekt "radspaß" in kostenlosen Kursen die Fahrtechnik und das Fahrverhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbessern und damit für mehr Spaß und Sicherheit sorgen. Speziell geschulte Trainerinnen und Trainer vermitteln dabei den Fahrerinnen und Fahrern Souveränität in kritischen Situationen und generell im Straßenverkehr.

Auf Übungsparcours werden alltägliche Fahrsituationen erprobt

Das drei- bis vierstündige Training eignet sich besonders für Personen, die das Fahren mit dem Pedelec neu für sich entdeckt haben, Fragen dazu haben oder Koordinationsübungen machen möchten. Auf einem Übungsparcours werden alltägliche Fahrsituationen erprobt, um in sicherer Umgebung ein besseres Gefühl fürs Rad zu entwickeln. Mittlerweile steht das Angebot des ADFC Baden-Württemberg und des Württembergischen Radsportverbandes (WRSV) in mehr als der Hälfte aller baden-württembergischen Stadt- und Landkreise zur Verfügung. Freie Plätze kann man unter radspass.org/kurse oder telefonisch unter 0711-95469-799 buchen.

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