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Musiktheater - NTM zeigt Gala mit italienischen Arien

Voller Leidenschaft und Liebe

Von 
Eckhard Britsch
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Ja, wirklich, Tenöre haben „Schlag“, bei den Frauen und vor allem beim Publikum. Das war beim Gala-Abend „Vissi d’arte“ mit italienischen Arien im Opernhaus gleich der Auslöser für die ersten Bravo-Rufe: Irakli Kakhidze imponierte mit der Arie des Turiddu („Ein junger Bauer“), denn Schmerz und Leidenschaft lässt Pietro Mascagni in grandios gesungenen Spitzentönen kulminieren.

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Da weiß das Publikum, was es an diesem Heldentenor hat. Und keine Rolle spielte, dass der Abend ohne Orchesterbegleitung auf den Flügeln des Klanges befeuert wurde, sondern „nur“ am Klavier seine Stütze fand: Gábor Bartinai machte seine Sache an den 88 Tasten ganz ausgezeichnet, weil stilsicher und die Solisten animierend. Und gegen Ende des Abends wird der Tenor noch einmal „abräumen“, mit der unvermeidlichen Arie „Nessun dorma“, Arie des Kalaf aus Puccinis „Turandot“. Pavarotti ließ grüßen.

Hochdramatische Ausflüge

Catherine Foster, hier als Bayreuther Brünnhilde sang am NTM. © dpa

Das stabile Fundament von Nationaltheater-Solisten, neben erwähntem Irakli Kakhidze noch der frei strömende Bariton Evez Abdulla und der prächtige Bassist Sung Ha, erhielt ein international renommiertes Glanzlicht: die Sopranistin Catherine Foster, als „Brünnhilde“ in Bayreuth höchst anerkannt, aber neben den hochdramatischen Ausflügen auch im lyrischen Fach voller Farben und – bei Bedarf – Innigkeit.

Mit der dem Abend den Namen gebenden „Vissi d’arte“-Arie aus Puccinis „Tosca“, in der Flora Tosca ihr Glaubensbekenntnis „Ich lebte für die Kunst, ich lebte für die Liebe“ ablegt, setzte sie ihr erstes Highlight, dem während der 90 Minuten dauernden Gala noch weitere folgten.

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Etwa die intensiv ausgeleuchteten Lyrismen aus Catalanis „La Wally“-Arie (erster Akt), oder die glühende Intensität „Pace, pace, mio dio“ aus Verdis „Macht des Schicksals“, und – welche Spannweite – die jugendliche Helle in der Arie der Lauretta „O mio babbino caro“ aus Puccinis „Gianni Schicchi“ oder die Bedrohlichkeit der Puccini-Turandot (Arie aus dem zweiten Akt).

Klang- und Charakterstärke

Die oben mit „prächtig“ umschriebenen Qualitäten stellte Sung Ha mit Verdi „O tu Palermo“, jener Liebeserklärung an Sizilien, ebenso in den Vordergrund wie die abgründige Banquo-Arie „Studia il passo“ aus Verdis „Macbeth. Und Evez Abdulla verwies gleich zum Einstieg mit der Arie des Frank aus Puccinis „Edgar“ auf seine musikalisch zugewandten, klanglich aufschwingende Stärken, wie er auch voller Charakterstärke Verdis Nabucco-Arie „Dio di Giuda“ interpretiert. In wechselnder Besetzung steuerten die drei Herren noch Duette der italienischen Glanzlichter bei.

In dem von Thomas Herrmann sachkundig-flott moderierten Abend vereinten sich alle noch einmal zum Trinklied „Libiamo“aus Verdis „La Traviata“. Blumen für alle und ein hoch zufriedenes Publikum. Endlich wieder Live-Gesang schnuppern, das ist doch was.

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