„Tatort“-Feinde

Von 
Stefan M. Dettlinger
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In Deutschland formiert sich gerade eine Gruppe junger Menschen gegen die Krimireihe „Tatort“. Es sei eine Zumutung, so die Sprecherin Pliska M’Killmie von „Against Tatort“, wie schlecht diese Filme im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten privater Serienanbieter wie Netflix & Co. gemacht seien. Neben filmhandwerklichen Fehlern wie haarsträubenden Plots und narrativer Unlogik richten sich die Anti-„Tatort“-Aktivisten vor allem auch gegen die schlechten Dialoge, Schauspielerinnen und die Tatsache, dass die Kommissarinnen und Kommissare alle massive psychische Probleme haben. Laut M’Killmie würde vor allem Letzteres „einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die real existierende Polizeischaft“ in den Revieren nach sich ziehen. M’Killmie: „Wer sieht, wie dumm, unvernünftig und paranoid die Kommissare in den Realität vorgaukelnden Sendungen handeln, muss doch zu dem Schluss kommen: Das kann doch nicht von Künstlern so schlecht erfunden sein!“ Von allen Kommissarinnen und Kommissaren sei allenfalls Ulrike Folkerts positiv hervorzuheben. Sie sei „die einzige nicht Irre im Kanon Irrer“, so M’Killmie. Leider sei ihr Einsatzort Ludwigshafen. Stefan M. Dettlinger

Ressortleitung Stefan M. Dettlinger leitet das Kulturressort des „MM“ seit 2006.