Literatur regional - Mannheimer Gitarrist Adax Dörsam veröffentlicht das für diese Redaktion verfasste Corona-Logbuch „Südseeträume“ werden zur Corona-Odyssee

Von 
Jörg-Peter Klotz
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Die Idee entstand bei einem Mail-Wechsel: Adax Dörsam hatte dem Kulturteil Interviews zum Liedermacher-Festival auf Burg Waldeck vorgeschlagen, das er kuratiert. Dann hatte er sich erst mal auf Kreuzfahrt verabschiedet. Thema: „Südseeträume“ auf der „MS Artania“ mit Australien als Ausgangspunkt. Der Gitarrist und seine Band Flower Power Men heuerten als Teil des Unterhaltungsprogramms an. Was aus der Traum-Dienstreise wurde, avancierte dank der Fahrt aufnehmenden Corona-Pandemie zum Alptraum, den Dörsam eine „ungeahnte Odyssee vom 13. bis 29. März“ nennt. Aus dem Vorschlag dieser Redaktion, den Lesern in der Heimat die Erlebnisse von unterwegs in der bewährten anekdotischen Manier seiner Bücher „Kammalasse“ und „Saitenweise biografische Notizen“ zu übermitteln, machte Dörsam ein zweiteiliges „Corona-Logbuch“ (in der Zeitung veröffentlicht am 20. März und 8. April). Das ist nun im Waldkirch Verlag überarbeitet und anschaulich bebildert auf 48 Hochglanz-Seiten erschienen.

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„Odyssee: Ein Corona-Logbuch“ ist schon jetzt ein kleines Stück Zeitgeschichte und dabei sehr kurzweilig zu lesen. Denn Dörsam bewahrt sich trotz teilweise dramatischer Ereignisse eine gewisse Grundheiterkeit. Er bleibt sogar relativ positiv, als es kurz so aussieht, dass kein australischer Hafen die MS Artania wieder aufnehmen würde. Oder als die geplante mehrwöchige Rückfahrt nach Bremerhaven doch in plötzlicher Evakuierung endet, nachdem erstmals Passagiere positiv getestet wurden. Am Ende bilanziert der „Stern“ 81 Corona-Fälle und drei Tote im Kontext der Kreuzfahrt. Da war Adax Dörsam längst wohlbehalten zurück im Odenwälder Heimathafen. 

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