Wunder der Prärie - Festival läuft vom 14. bis 24. September Soziales Krafttraining

Von 
Jörg-Peter Klotz
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Zu sehen ist Julian Hetzels "automat-isierter Scharfschütze".

© de Brouwer

Mannheim. Unter dem vieldeutigen Motto "Social Body Building" startet am 14. September die zehnte Auflage der Mannheimer Kulturreihe Wunder der Prärie. Das kann "soziales Krafttraining" bedeuten, das womöglich den Gemeinschaftssinn stärkt, oder auf das Bauen eines sozialen Körpers zielen. Wer das "Internationale Festival für Performancekunst und Vernetzung" kennt, weiß, dass derlei semantisches Flimmern absolut im Sinne der Erfinder ist. Die kommen wie gewohnt vom soziokulturellen Zentrum Zeitraumexit im Mannheimer Jungbusch.

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Gabriele Oßwald und Jan-Philipp Possmann haben für die Jubiläumsausgabe des Festivals bis 24. September ein elftägiges Programm mit internationalen künstlerischen Positionen zusammengestellt, "die sich mit Partizipation und politischer Entscheidungsfindung auseinandersetzen und das Verhältnis zwischen Publikum und Kunstwerk sowie der Aufführung als gemeinschafts-stiftendem Moment thematisieren", wie es in einer Pressemitteilung von gestern heißt.

Dazu gehört etwa der "europäische Gipfel" über Kunst, Politik und die Institution ("Art, Politics and the Institution - A European Summit") am 16. September, zu dem Kulturschaffende aus Barcelona, Belgrad, Budapest, Athen, Antwerpen und Zagreb erwartet werden. Und beim täglich geplanten "Konvent" sollen gemeinsam mit dem Festivalpublikum die Regeln der Kunst neu bestimmt werden.

Interaktion bleibt zentral

Interaktion bleibt also die zentrale Absicht des Festivals. Aber nicht als "Mitmachtheater, bei dem man sich zum Narren macht", sondern durch Projekte, bei denen die Zuschauer ihre eigenen Geschichten, ihre Erfahrungen und Fragen einbringen", wie Performance-Künstler Julian Hetzel seine Arbeitsweise beschreibt. Seine Installation "The Automated Sniper" (der automatisierte Scharfschütze) wird bei Wunder der Prärie am 15. und 16. September, jeweils 21.30 Uhr, erstmals im deutschsprachigen Raum zu sehen sein. Eröffnet wird das Festival mit der Uraufführung "The Guardians of Sleep" von David Weber-Krebs.

Ressortleitung Stv. Ressortleiter Kulturredaktion