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Satire «Weißes Rauschen» mit Adam Driver bei Netflix

Eine chaotische Patchwork-Familie, ein Vampir mit Ambitionen und ein Tonstudio mit Promi-Geschichte: Was sich jetzt zu streamen lohnt.

Von 
dpa
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Raffey Cassidy als Denise (l-r), Dean Moore/Henry Moore als Wilder, Sam Nivola als Heinrich, Adam Driver als Jack, Greta Gerwig als Babette und May Nivola als Steffie in einer Szene aus «Weißes Rauschen». © Wilson Webb

Berlin. Ein paar Streaming-Tipps für die nächste Zeit:

Satirisch: Die Netflix-Komödie «Weißes Rauschen» von Noah Baumbach ist lang, unterhaltsam, schrill und in ihrer Handlung leicht verworren. Das könnte an der Vorlage liegen - es handelt sich um die Verfilmung eines Romans von Don DeLillo. Erzählt wird eine Geschichte rund um die Patchwork-Familie von Professor Jack (Adam Driver), seiner Frau Babette (Greta Gerwig) und vier Kindern aus verschiedenen Beziehungen. Sie leben in den 80er Jahren in einer College-Stadt im Mittleren Westen der USA. Jack ist Experte für «Hitler Studies», muss aber verbergen, dass er kein Deutsch spricht.

Er nimmt heimlich Unterricht und lernt dabei zum Beispiel den Satz «Ich esse Kartoffelsalat.» Irgendwann verschiebt sich die Geschichte von einer humorvollen Milieu-Studie zu einem fast irren Plot. Der Alltag der Familie wird nach einem Chemieunfall auf den Kopf gestellt. Ihre Heimatstadt wird geräumt, Jack kommt auf der Flucht mit einer giftigen Substanz in Berührung. Es ist für die Familie unmöglich, an verlässliche Informationen zu kommen.

Unterdessen nimmt Babette ein mysteriöses Medikament, das ihr die Angst vor dem Tod nehmen soll. Und dann ist da auch noch ein Nebenbuhler in Gestalt von Lars Eidinger, mit dem Babette anbandelt. Später ist noch Barbara Sukowa in einer Nebenrolle als Nonne zu sehen. «Weißes Rauschen» ist eine Satire über US-Familien, Konsum und Akademiker-Welt, bei der man öfter mal den Faden verliert, um ihn dann wieder freudig aufzunehmen. In den ersten Tagen (30.12. bis 1.1.) wurde der Film laut Netflix schon 14,75 Millionen Stunden gestreamt - geteilt durch 2,25 Stunden Laufzeit macht das in gerade mal drei Tagen 6,5 Millionen Zuschauer weltweit.

Blutsauger: Der Hollywood-Film «Interview mit einem Vampir» mit Tom Cruise, Kirsten Dunst und Brad Pitt gehörte zu den Horror-Klassikern der 1990er Jahre. Jetzt hat sich die US-Serienschmiede AMC («Mad Men») an die Romanvorlage von Anne Rice herangewagt. Der Siebenteiler verlagert die Story ins New Orleans der Jazz-Ära und macht den Untoten Louis vom Besitzer einer Sklaven-Plantage zum schwarzen Geschäftsmann. Selbst als Vampir kämpft «Game of Thrones»-Star Jacob Anderson (der graue Wurm) hier noch mit Rassismus und Ausgrenzung. «Interview with the Vampire» ist ab 6. Januar immer freitags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky Atlantic zu sehen und auf dem Streamingdienst Wow auf Abruf verfügbar.

Echte Liebesdramen: Wer in den Nullerjahren gern MTV geschaut hat, erinnert sich vielleicht sehnsüchtig an die Geschichten der Tennie-Clique rund um Lauren Conrad, Kristin Cavallari und Stephen Colletti. Damals lief die Reality-TV-Fernsehserie «Laguna Beach: The Real Orange County» vom Jahr 2004 an bei dem Musiksender. Nun sind zwei Staffeln der Serie mit insgesamt 28 Folgen bei Netflix zu sehen. Wer einschaltet, kann in nostalgischen Gefühlen schwelgen: Nach dem Titelsong von Hilary Duff - «Come Clean» - folgen die altbekannten Liebes- und Freundschaftsdramen der US-Teenies, die zumeist in schicken Villen mit Blick auf den Ozean wohnen.

Abgründig: Tommy ist ein Pferdehof-Besitzer, und sein Charme macht ihn bei Reitschülerinnen und Eltern gleichermaßen beliebt. Hinter der liebenswerten Fassade verbirgt sich allerdings ein rücksichtloser Tyrann, der psychische und physische Gewalt ausübt. Selbst vor sexuellen Übergriffen schreckt er nicht zurück. Doch nach und nach stellen sich ein ehemaliges Stallmädchen, seine Töchter und letztlich auch seine Frau gegen ihn. Alle acht Folgen der schwedisch-deutschen True-Crime-Serie «Riding in Darkness» stehen ab 6. Januar in der ZDF-Mediathek.

Legendär: Seit mehr als 90 Jahren sind die Abbey Road Studios in London einer der wichtigsten Orte für die Musikindustrie weltweit. Die Doku «If These Walls Could Sing» ist ein Film voller Erinnerungen und Entdeckungen im Archiv des berühmtesten und am längsten betriebenen Studios der Welt. Persönliche Interviews zeigen, wie Musiker, Produzenten, Komponisten und die passionierten Techniker und Mitarbeiter der Abbey Road Studios ihre musikalische Sprache und Community gefunden haben. Anschauliche Archiv- und Session-Aufnahmen erlauben einen exklusiven Zugang zu den privaten Studios. Ab 6. Januar wird das auf Disney+ gestreamt.

© dpa-infocom, dpa:230106-99-124246/4

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