Kulturpolitik - Landesminister haben für die Rückkehr in Museen und Theater ein dreistufiges Szenario erarbeitet / Verband der Ausstellungshäuser fürchtet Sparpolitik als Folge der Pandemie-Krise Mit der Wiederöffnung droht schon die nächste Krise

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dpa
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Museen zusammen mit Einzelhandel, Theater mit den Kneipen – über einen drei Stufen umfassenden Plan wollen die Bundesländer „Kultur wieder ermöglichen“. In einem gemeinsamen Papier skizzieren die Kulturministerinnen und -minister, wie die Kulturszene und ihre Einrichtungen sich nach einem Ende des Corona-Lockdowns wieder einem Alltag nähern könnten. Die aktuellen Beschränkungen des Kulturlebens sollen dann „schrittweise wieder aufgehoben werden“, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das entspannt die Lage nur scheinbar: Der Museumsbund fürchtet bereits neue Sparrunden.

Keine konkreten Termine genannt

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Konkrete Daten werden von Seiten der Länder nicht genannt. Das Papier hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs bei den Kulturressorts für ein Eröffnungsszenario angefordert. Nun liegt das Konzept bei den Staats- und Senatskanzleien. Die einzelnen Schritte sollen „im Einklang mit den Lockerungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft“ erfolgen. Damit wollen die für Kultur zuständigen Ressortspitzen „der grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit gerecht werden“.

Für die Öffnung soll es „grundsätzlich“ drei Stufen geben. „Korrespondierend mit der Wiedereröffnung der Schulen und Kitas werden die außerschulischen Bildungsangebote der Kultureinrichtungen und der Musik- und Kunstschulen wieder zugelassen“, heißt es. Museen, Galerien, Gedenkstätten und Bibliotheken sowie vergleichbare Einrichtungen sollen aus Sicht der Kulturminister „spätestens mit der Eröffnung des Einzelhandels einen Basisbetrieb für die Öffentlichkeit anbieten.“ Daneben sollen Freiluftveranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erlaubt sein.

Konzerte ab Stufe drei

In einer dritten Stufe sollen Veranstaltungen in Theatern, Opernhäusern und Konzerthäusern, Kinos und ähnlichen Gebäuden möglich gemacht werden. Dieser Schnitt soll „spätestens dann“ ermöglicht werden, „wenn auch Betriebe der Gastronomie wieder öffnen“. Für die Besetzung mit Publikum gilt: „Grundsätzlich ist dabei ein Mindestabstand bei einem nachverfolgbaren festen Sitzplan einzuhalten.“ Zudem sollen zu diesem Zeitpunkt der Vollbetrieb der Museen und Freiluftveranstaltungen mit 500 Personen gestattet werden.

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Nach einem Ende der Einschränkungen fürchten Museen bereits mehr finanziellen Druck durch Einsparungen in öffentlichen Haushalten. „Wir brauchen eine grundsätzliche Diskussion nach dieser Krise, wie wir mit unserer Infrastruktur umgehen wollen“, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, der dpa in Berlin. „Wir haben fette Jahre hinter uns mit sprudelnden Steuereinnahmen, in denen wir es versäumt haben, unsere Infrastruktur weiterzuentwickeln. Das ist kein Problem allein der Museen.“ Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, erwartet bei der Aufarbeitung der Corona-Folgen mit den Kosten neue Löcher in öffentlichen Budgets. 

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