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Tanz - Unterwegs Theater Heidelberg eröffnet Art Ort 021

Kunstvoll vor historischen Autos

Von 
Nora Abdel Rahman
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Bernhard Fauser vom Unterwegs Theater in Heidelberg eröffnet den Art Ort 021 in der Hebel Halle mit den Worten: „Wenn es dann so weit ist, hat man kaum Kraft, sich zu freuen. Wir freuen uns aber trotzdem.“

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Damit hat der Festivalleiter schon relativ viel vermittelt von der Anstrengung und Unvorhersehbarkeit der vergangenen Monate. Zusammen mit seiner Partnerin Jai Gonzales hat es das Duo mal wieder geschafft, einen Parcours durch die verschiedenen Kunstsparten zu vermitteln. Seit 2006 versammeln die Bewegungsspezialisten Kunstakteure im urbanen Raum von Heidelberg. „Ich bin heute ihr Autohändler …“, witzelt Fauser weiter vor viel Publikum. Denn das diesjährige Thema vom „Art Ort 021 – art mobil salon – edition“ umfasst ein ganzes Jahrhundert Automobilgeschichte.

Ingenieur Josef Ganz im Zentrum

Fauser spricht von Josef Ganz, dem aus Ungarn stammenden deutschen Journalisten und Autoingenieur, der 1931 seinen „Maikäfer“ Prototyp baute und 1933 in Ludwigsburg weiterentwickelt zum „Standard Superior“ auf den Markt brachte. Im gleichen Jahr wird der jüdische Erfinder von der Gestapo verhaftet und flieht später in die Schweiz. 1951 emigriert er nach Australien. „Wir widmen diesen Art Ort all jenen, die viel geleistet haben und wenig Dank dafür erhalten“, endet Fauser seine Ansprache und eröffnet die Schau.

Leichtfüßig entwickeln acht Tänzerinnen und Tänzer mit Bällen ein vielgestaltiges Spiel. In der Choreographie von Jai Gonzales werden Tennisbälle zu Impulsgebern, die neue Begegnungen unter den Akteuren entstehen lassen.

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Im kongenialen Bund mit einem facettenreichen Sound entspinnt das Werk eine Idee von Körpern im Raum, ihrer Form und Beziehung zueinander. Davon handelt der Art Ort 021 und zeigt wie subtil Bewegungen den Raum und die Stimmung in ihm verändern. Das Publikum bewegt sich danach selbst und wechselt über die Straße den Ort in das ehemalige Autohaus. Ein weitläufiges Gebäude mit riesiger Glasfront führt außen über einen imposant geschwungenen Gang in den ersten Stock. Hier geben wieder Bälle den Impuls für unglaubliche Formen und groteske Stimmungen im Raum. Impulsgeber sind die Performer Stefan Sing und Liam Wilson als Duo „b2“. Sie jonglieren nicht nur mit fünf Bällen, sondern erschaffen mit ihrer performativen Kunst urkomische Bilder und Situationen – von Eier legenden Hühnern bis hin zu Titanen, die über den Ball zwischen den Köpfen ihre Kräfte messen.

Im zweiten Stock tanzen die Bälle auf den Bildern des Heidelberger Künstlers Arvid Boecker zur grandios verzweigten Musik der Gitarre von Jochen Seiterle und dem Saxofon von Olaf Schönborn. Auch im Erdgeschoss spielen die Musiker und inspirieren die Tänzer zu Improvisationen vor historischen Karosserien wie dem kunstvollen Standard „Superior“ nach Patenten von Ganz. Das ist schon viel, aber es gibt noch viel mehr.

Freie Autorin

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