Wunder der Prärie - Zeitraumexit stellt Festivalprogramm vor Jungbusch als Kreativort

Von 
Viola Eigenbrodt
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Das Mannheimer Kunsthaus Zeitraumexit geht neue Wege. Zwar feiert Wunder der Prärie, das internationale Festival für Performancekunst und Vernetzung, vom 14. bis 24. September sein zehntes Jubiläum in Mannheim, doch im Gebäude selbst gibt es für das halbe Jahr danach ein höchst ungewöhnliches Experiment. Seit 2000 zeigt das Kulturzentrum mit Ausstellungen, Performances, Tanz, Theater, Videokunst und Installationen aktuelle Tendenzen all dieser Genres. Hier arbeitet ein festes Team von Künstlern und Künstlerinnen an einem Programm, das Bildende und Darstellende Künste gleichberechtigt präsentiert. Das Spektrum ist weit gefasst.

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Eine der Grundideen, mit denen sich die Gastgeber nun auseinandersetzen, ist, wie Gabriele Oßwald betont, die Überlegung, was Gemeinnützigkeit eigentlich wirklich bedeutet. So wird es Mitte September bei Wunder der Prärie eine Zusammenkunft geben, die sich damit beschäftigt, wie das Haus eine Allmende, also ein kultureller Allgemeinbesitz für die Bewohner des Jungbuschs, sein kann. Zeitraumexit wird in diesem halben Jahr von Interessierten, die sich zur Wahl stellen, für jeweils 30 Tage zur Verfügung gestellt, mit all seiner Infrastruktur. Was die Leute dort machen, wird von den Gastgebern nicht beeinflusst. Sie stellen ausschließlich ihr nichtmaterielles wie materielles Equipment zur Verfügung.

Elftägiges Programm

Hauptsächlich im Jungbusch, aber auch in der Multihalle und auf dem Alten Messplatz wird vom 14. bis 24. September unter dem Motto "Social Body Building" ein elftägiges Programm mit internationalen künstlerischen Positionen präsentiert, die sich mit kultureller Teilhabe und politischer Entscheidungsfindung auseinandersetzen.

Zeitgleich treffen sich an drei Tagen Vertreter und Vertreterinnen von Kulturzentren aus fünf europäischen Ländern bei Zeitraumexit zu "Art, Politics and the Institution - A European Summit", einer Art Kulturgipfel, um mit politischen Aktivisten und dem Publikum das Verhältnis von Kultureinrichtung und Protestbewegung zu diskutieren.

Internationale Teilnehmer

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Mit Aufführungen und Beiträgen von David Weber-Krebs (Belgien), Anna Mendelssohn (Österreich), Ant Hampton (Vereinigtes Königreich), Tanja Krone (Deutschland), Julian Hetzel (Niederlande), der zur Pressekonferenz anwesend war, Raul Zelik, Sibylle Peters, Leonidas Martin (Spanien) und vielen mehr.

Hetzel stellt eine Installation vor, die in Mannheim zur Premiere erstmals in Deutschland zu sehen sein wird. Eine der der vielen hochinteressanten und sehr ambitionierten Aufführungen: Mit "The automatic Sniper", einer speziell angefertigten Drohne, die über der Bühne hängt, will er die Verbindung Krieg und Kriegskunst zeigen, wie mit militärischen Spielzeug künftige Kämpfer geschult werden, wie virtueller Krieg sich mit dem reellen zu vermischen beginnt.

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