Nachruf - Jazz-Musiker Milford Graves gestorben Innovator am Schlagzeug

Von 
Georg Spindler
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Der Name Milford Graves ist selbst unter Jazzfans nur Experten bekannt. Aber der Schlagzeuger, der nach Angaben mehrerer US-Medien am Wochenende im Alter von 79 Jahren in New York gestorben ist, war ein Innovator. Nach den Pioniertaten von Sonny Murray war er der zweite Drummer, der völlig freie Rhythmen spielte.

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1964 wurde sein Beitrag im New York Art Quartett als Sensation empfunden. Graves erzeugte einen reißenden Klangstrom, in dem rhythmische Partikel wie Treibgut aufwirbelten. In blitzschnellen Schlagfolgen bettete er Anklänge an afrikanische Sprechtrommelrhythmen, indische Tabla-Muster und lateinamerikanische Offbeat-Akzente ein. 1967 veredelte er auf dem Album „Love Cry“ den Free Jazz des Saxofonisten Albert Ayler. Graves war ein ganzheitlicher Musiker, ein Schamane, der schon mal mit Baumzweigen sein Schlagzeug bearbeitete. 1991 veröffentlichte er mit dem Saxofonisten David Murray die sensationelle CD „Real Deal“. gespi

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