Schauspiel - Die Auswahl für das Berliner Theatertreffen steht fest Geladene Stammgäste

Von
Rcl
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Was nun in theatralischen Dingen „bemerkenswert“ ist, liegt wie jedes Jahr im Ermessen der Kritikerjury, deren einzig verpflichtendes Kriterium dieses Wörtchen auf ewig bleibt. Wieder hat sie Inszenierungen deutschsprachiger Theater gesichtet und hat ihre berühmte Top-Ten-Liste veröffentlicht, die unter dem Traditionslabel „Berliner Theatertreffen“ (TT) im Rahmen der Berliner Festspiele im Mai, so Corona will, in die Hauptstadt reisen darf.

Eingeladen: Karin Beier, Intendantin am Deutschen Schauspielhaus. © Stephan/dpa
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Bemerkenswert sind die Produktionen fraglos, auffallend hingegen ihre Entstehungsorte, die – so ein ebenso alter wie berechtigter Vorwurf – von der Liste der üblichen Verdächtigen stammen: Berlin (3,5 mal), Hamburg, München, Wien, Zürich (zweimal), Basel.

Region ist nicht vertreten

Aus dem Südwesten und anderen Provinzen kam buchstäblich nichts in Frage, weder bei der TT-Vorauswahl noch beim alternativen „Theatertreffen“ des Online-Portals Nachtkritik. Zurück nach Berlin: Karin Beier, einst vor Ort Regisseurin der Wormser „Nibelungen“ und längst Intendantin in Hamburg, bringt Rainald Goetz’ „Reich des Todes“ an die Spree. Sebastian Hartmann zeigt aus und in Berlin Manns „Zauberberg“ und Anne Lenk „Maria Stuart“ – beides vom Deutschen Theater. Aus Zürich kommen Christopher Rüpings „Einfach das Ende der Welt“ nach Jean-Luc Lagarce sowie Leonie Böhms Euripides’sche „Medea“, Basel zeigt Stefan Bachmanns Blick auf Max Frischs „Graf Öderland“. Mit „Automatenbüffet“ reist Barbara Frey aus Wien nach Berlin. Am Ende ein Hauptstadt-Treffen, bemerkenswert.