Internationales Musikfestival Frühling eröffnet mit Joachim Gauck

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Stefan M. Dettlinger
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Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. © dpa

Heidelberg. Unter dem Motto „Unterwegs“ startet der Heidelberger Frühling am Wochenende des 21. März mit drei Konzerten und einer Eröffnungsrede des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck in der Neuen Aula der Universität Heidelberg. Die Rede wird gleichzeitig an zwei weitere Orte übertragen, an denen jeweils im Anschluss ebenfalls Eröffnungskonzerte stattfinden.

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Baden-Württembergs größtes Musikfestival bezieht sich mit seinem Motto darauf, dass es 2020 nicht wie gewohnt in der Stadthalle residieren kann. Sie wird saniert. Bis zum 24. April 2020 werden wieder junge Nachwuchskünstler sowie renommierte Weltstars auftreten und diskutieren. Der Frühling wirkt 2020 weit in die Stadt hinein.

Sie wollten nicht jammern über die Situation, keinen richtigen Konzertsaal zu haben, sagten Schmidt und Programmmacher Michael Gassmann, sie begriffen es als Chance. Der Frühling hat dafür viele neue Formate und Orte gefunden, etwa wird das Mahler Chamber Orchestra in zehnminütigen Spontankonzerten Heidelberger Kneipen bespielen.  

Zu Beginn der Pressekonferenz in der Alten Universität war Schmidt aber auch auf die Situation der Kulturpolitik im neuen Heidelberger Gemeinderat eingegangen. Hintergrund ist, dass nach den vergangenen Gemeinderatswahlen die Dezernate neu verteilt wurden. Die Grünen haben ein Dezernat mehr erreicht. Es wird eines mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit geben. Die Kultur wurde ganz vergessen.

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Heidelberg sei aber auch Kulturstadt, so Schmidt. Die Kultur vor allem habe dazu beigetragen, „dass die Stadt weltbekannt geworden ist“. Er wolle sich eigentlich aus der kommunalen Diskussion heraushalten, aber: „Wir sind schon der Meinung, dass Heidelberg eine Position verdient hat, die sich gebündelt um Kultur kümmert. Wir wollen nicht schweigen und deutlich machen, wie wichtig es ist, ein starkes Kulturdezernat schaffen.“ Bei all dem sieht Schmidt eine Symptomatik: „Wie kann es überhaupt passieren, dass Kultur dermaßen runterfällt?“, fragte er rhetorisch.