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Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem externen Autor Silvio Krummacher

Foto, Skulpturen, Gemälde... Dank SINGULART revolutioniert Véra Kempf den Online Kunsthandel

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© Mr TT (CCO 1.0)

Véra Kempf, ein Name den man sich merken soll - Die 31-jährige Véra Kempf ist Mitbegründerin der Online-Kunstgalerie SINGULART. Obwohl anfänglich etwas an Business-Idee gezweifelt wurde, hat sich das vom Google-Accelerator unterstützte Startup in vier Jahren auf einem globalen Markt etabliert. Das Erfolgsrezept? Ein wachsamer Blick auf den Markt und ein unstillbarer Appetit für Technik.

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Alles begann mit der Leidenschaft eines jungen Mädchens, Véra Kempf,  für den Fotografen Robert Capa,  mit richtigem Namen André Friedmann. Die heute 31-jährige Mitbegründerin von SINGULART begeistert sich heute noch für den berühmten ungarischen Fotografen, der für seine Kriegsreportagen und für die von ihm mitbegründete Agentur Magnum bekannt ist. Ihre Leidenschaft führte sie sogar dazu, sich als Studentin auf Mitteleuropa zu spezialisieren und Ungarisch zu lernen. "Seine Bilder bewegen mich sehr, aber vor allem hat er ein faszinierendes Leben", sagt sie.

Robert Capa wäre vielleicht ohne das Genie seiner Partnerin Gerda Taro nie bekannt geworden. Sie war eine talentierten Fotografin, die lange Zeit nur für ihre Rolle als Architektin der Capa-Legende bekannt war. Sie war es, die ein Pseudonym und eine Geschichte für ihn erfand, die Presseagenturen verblüffte, ihn vertrat und ihn erfolgreich machte. „Kurz gesagt, Sie erlaubte es ihm, von seinem Talent zu leben Und ich sage gerne, dass wir das heute auch für unsere Kunstschaffenden tun“, sagt Véra Kempf.

„Der Markt war stark segmentiert und primär lokal ausgelegt, es war nicht leicht für eine Amerikanerin das Werk eines russischen Malers zu kaufen.”

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Eine Kunstgalerie ohne Grenzen

Auf SINGULART, der von ihr 2017 mitgegründeten Online-Galerie, präsentiert Véra Kempf Maler*innen, Zeichner”innen, Bildhauer*innen sowie Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt, deren Werke sie von einem Ende des Planeten zum anderen verschickt. „Wir wählen Künstlerinnen und Künstler aus, die bereits lokal anerkannt sind, unterstützen sie bei der Preisgestaltung und verkaufen ihre Kunstwerke international.“ SINGULART kümmert sich um alles, sei es Marketing, Referenzierung oder Logistik. Hinter der Website, die in zehn Sprachen verfügbar ist, steht ein Team von einhundert Personen aus 25 verschiedenen Ländern, von denen die meisten mehrsprachig sind. Täglich werden etwa 60 Werke für einen durchschnittlichen Warenkorb von 2000€ erworben. „Bevor wir anfingen, war der Markt stark segmentiert und lokal ausgelegt. Es war nicht leicht für eine Amerikanerin das Werk eines russischen Malers zu kaufen. Ausser natürlich man konnte auf internationale Messen oder in renommierte Galerien gehen“, erklärt Véra Kempf. „Die Kunstschaffenden verkauften ihre Werke primär auf dem lokalen Markt, und das bedeutet auch, dass die Sammlerinnen und Sammler nur eine limitierte Auswahl an Kunst zu sehen bekamen.“

Im Alter von 23 Jahren ging Véra Kempf, die einen Abschluss in internationalen Beziehungen hat, nach Kongo-Brazzaville. Dort begegnete sie zum ersten Mal Unternehmern. „Als Tochter zweier Lehrer und mit einem 100%igen Hintergrund im öffentlichen Dienst verstand ich, dass es möglich ist, ein Unternehmen mit einem anderen Ziel als Profit zu gründen, und dass ein solides Geschäftsmodell eine Garantie für Freiheit ist“, sagt sie. Zurück in Frankreich wurde sie von einem Unternehmer gebeten, ein Konditoreiprojekt zu entwickeln, das Carré Paris. Mehr als ein Jahr lang lernte sie "on the job", schnupperte in alle Bereiche des Unternehmertums hinein, entwarf einen kubischen Windbeutel - „ich hatte einen Riesenspaß“ - und organisierte vor allem Wochenenden für Restaurantgründerinnen und -gründer. Dort lernte sie den Serienunternehmer Denis Fayolle kennen, der hinter der App La Fourchette und dem DIY-E-Shop Mano Mano steckt. Beide rekrutierten Brice Lecompte und das Trio gründete SINGULART im Jahr 2017.

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Erfolgreicher Outsider

In der Kunstwelt ließ das Abenteuer zunächst aufhorchen. Den Galeristen und Kuratoren unbekannt, gilt Véra Kempf ohne Abschluss in Kunstgeschichte als Amateurin, als zweitklassige Kunsthändlerin. Egal: Sie ist davon besessen, dass „ihre“ Künstlerinnen und Künstler einen Lebensunterhalt mit ihrer Kunst verdienen können sollten. „Wir haben uns gegen einen gewissen Elitismus gewandt, der will, dass Kunstschaffende unbedingt fortgeschrittene Konzepte oder Techniken ausprobieren“, erklärt sie. „Was für uns zählt, ist die Emotion und die Begegnung mit dem Werk."

Diese Außenseiterrolle erklärt in den Augen von François Bracq, Leiter für innovative Partnerschaften bei Google, der SINGULART seit über drei Jahren begleitet, zum Teil den Erfolg. „Am Anfang haben wir nicht an sie geglaubt", gibt er zu. „Vor ihnen haben sich viele Unternehmen an dieser Nische die Zähne ausgebissen, weil sie aus der Kunstwelt kamen und die Reflexe nicht immer an den Online-Verkauf angepasst waren. Aber SINGULART wendet die Hebel des E-Commerce auf seinen Markt an und nicht umgekehrt, und das macht es so stark." Véra Kempf verkörpert die Liebe zur Kunst, die Vision und die Mission - Künstlerinnen und Künstlern zu helfen, von ihrer Arbeit zu leben - während ihr Geschäftspartner Brice Lecompte, der aus der Tech-Branche kam, die Kompetenz in Sachen Daten und Web-Marketing mit sich bringt.

2020, das Jahr des Superwachstums

Welcher Markt soll eröffnet werden? In welches Land soll investiert werden? Wie bietet man die beste Arbeit dem besten potenziellen Kunden an? Für welche Kriterien - Lieferzeit, kostenlose Lieferung... - sind Amerika, Russland oder China empfänglich? Mit der Unterstützung von Google analysieren die Teams von SINGULART ihre Daten mit so viel Finesse wie möglich und tendieren zu einem hyper-personalisierten Service. „Wir sehen nicht viele Startups, die so agil und innovativ sind“, sagt Othmane Benzair vom Startup-Programm von Google. „Im E-Commerce dreht sich alles um Technik. SINGULART hat das sehr gut verstanden, wobei ihnen bewusst war, dass sie die Codes des Kunstmarktes kennen mussten.“

 

Wir sehen nur wenige Startups, die so agil und innovativ sind

OTHMANE BENZAIR, VOM GOOGLE STARTUP PROGRAMM

Nach einem ersten Fundraising von 1,5 Millionen Euro im Jahr 2019 nahm das Startup im Mai 2020 10 Millionen ein. Das heißt, zu der Zeit, als der E-Commerce angesichts der gesundheitlichen Einschränkungen explodierte. „Unser Geschäftsvolumen hat sich von März auf April verdoppelt, es war sehr heftig“, gesteht Véra Kempf, „wir mussten schnell viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen.“ Eine Phase der Beschleunigung für das Startup, das nun darauf abzielt, lokale Communities zu schaffen, um SINGULART-Kunstschaffende zusammenzuführen und in den Zweitmarkt zu investieren, d.h. in den Verkauf von Werken nicht von der Künstlerin/dem Künstler zur Käufer/zum Käufer, sondern zwischen Kunstsammelnden. Ein weiterer Schritt für ein bereits solides Startup. „Ich glaube fest daran, dass dies erst der Anfang der Geschichte ist“, sagt François Bracq von Google. Eine Geschichte, die Véra Kempf in ein paar Monaten fortsetzen wird, nachdem sie ihr neugeborenes Kind richtig begrüßen konnte.

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