Ausstellung - Freie Kunstakademie Mannheim zeigt Werke ihrer Studierenden / Schau bis Sonntag geöffnet Facettenreiche Kreativität

Von
Susanne Kaeppele
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Gerissene Fotografien, gezeichnete Landschaften, Totenmasken, die fluoreszieren: Immer wieder neu und anders präsentiert sich die Freie Kunstakademie Mannheim (FKAM) im Sommer. Diesmal in neuer Formation zeigen die Erstsemester bis zur Abschlussklasse ihre Werke, spannend und ganz anders als erwartet.

Fritzi Haußmanns „Tube Objects“ aus Schläuchen. © Kaepp
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Erstaunliches ist schon aus dem ersten Semester zu sehen, etwa geht Cordula Hilgert in ihrer „Morphologie“ genannten Reihe von Fotografien, Zeichnungen und dreidimensionalen Gebilden einer Goethe-Frage nach der Form nach. Ganz anders Absolvent Arash Kamangir aus dem Iran, der sehr professionelle Videokunst präsentiert. Sofort werden wir hier, obwohl der Raum klein ist und normalerweise ganz anders aussieht, durch viele verschiedene Monitore in eine neue, sehr moderne Welt transportiert.

Ein Stockwerk höher findet sich mit Heike Penner eine Fotografin im letzten Semester, die diesmal eher Werke geschaffen hat, die zu denken geben, weil ein weißer Riss die Bilder zu durchteilen scheint. Schlecht zu sehen sind leider die eigentlich sehr feinen Werke von Christina Detmers, auch Absolventin, die mit und auf Papier arbeitet. Seien es Kinderbücher, Fotografien oder Cyanotypien – übrigens eine alte Technik (Eisenblaudruck) – , die sich zur Zeit an der FKAM großer Beliebtheit erfreut, wie auch eine Ausstellung im Kunstverein Heddesheim im vergangenen Jahr zeigte.

Talente zu entdecken

Auf dem Weg nach oben begegnet uns eine Knöpfe-Installation, malerisch in eine Glasvitrine gehängt, von Christine Druskeit aus dem dritten Semester. Im folgenden großen Raum haben sich zwei Talente aus dem fünften Semester zusammengetan, die feine neue Werke geschaffen haben.

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Fritzi Haußmann hatte 2018 fotografiert, jetzt arbeitet sie plastisch mit Fahrradschläuchen, mit denen sie ganz ungewöhnliche Körper erzeugt: Eine schwarze Assemblage lässt an Joseph Beuys’ Filzanzug denken, aber mit Schläuchen versehen, die seine Idee der Plastik visualisieren könnte. Konstantin Weber wiederum hat sich einerseits der Handyfotografie zugewandt und andererseits ein sehr ungewöhnliches Format (50 x 10 Zentimeter) gewählt für „Heißer Tag“, auf dem man wirklich nichts erkennen kann. Zu heiß?

Im Keller dann noch ein sehr ungewöhnliches schwarzes Zelt von Martin Klyk aus dem siebten Semester, in dem sich weiß bemalte, fluoreszierende Totenmasken befinden. Sehr gruselig und merkwürdig, aber auch überraschend und gut. Zudem hat die FKAM wieder eine Sommermappe erstellt, die zu erwerben ist, und ganz neu: ein Magazin.