Celeste im obersten Regal

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Schon die Vornamen von Celeste Epiphany Waite versprechen eine himmlische Offenbarung. Auch die Kritiken zu ihrem Debütalbum „Not Your Muse“ sind hymnisch – und nichts davon ist übertrieben. Wer ihren Meilenstein-Auftritt bei den Brit-Awards 2020 mit „Strange“ gesehen hat, konnte da auch keine Zweifel hegen. Diese Ballade und der fast noch bessere Album-Opener „Ideal Woman“ stellen ganz puristisch eine Stimme in den Mittelpunkt, für deren Einordnung man ins oberste Regal greifen muss: Zur Phrasierungskunst à la Billie Holiday, Nina Simone oder Amy Winehouse kommt das Stimmvolumen einer Adele. Sie klingt immer völlig unangestrengt und bei sich und wird erfreulicherweise von ihrem aus dem Indie-Pop kommenden Songwriting-Partner und Produzenten Jamie Hartman kaum einmal mit Effekten verstellt. Das ist großer Soul – klassisch, nicht altmodisch. Wenn im weiteren Verlauf des durchgängig starken Albums Tempo und instrumentale Klangfülle zunehmen, wird der Sound zwar wesentlich konventioneller – aber die Faszination bleibt. jpk

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(Universal Music)