Klassik - Programm der nachgeholten Schwetzinger SWR Festspiele im Oktober veröffentlicht / Zwölf Konzerte rund um musikalische „Ideale“ Brücke zwischen Renaissance und Moderne

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Jürgen Gruler
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Die Festspiele beginnen am 19. Oktober mit dem neu formierten Artemis Quartett (v.l.): Harriet Krijgh, Gregor Sigl, Vineta Sareika, und Suyoen Kim. Bild: Broede © Photographer: Felix Broede

„Wenn wir heute ein Konzertprogramm für die zweite Oktoberhälfte vorlegen, so tun wir das in der berechtigten Hoffnung, dass Veranstaltungen dann wieder möglich sind. Die letzten Monate waren für uns alle eine verstörende und belastende Zeit. (...) Wir sind daher glücklich, dass wir ein Zeitfenster gefunden haben und zumindest einen Teil der ursprünglich für Mai geplanten Konzerte in Schwetzingen nachholen können“, schreibt Heike Hoffmann, Künstlerische Leiterin der Schwetzinger SWR Festspiele an die Freunde klassischer Musik. Jetzt stehen die Künstler und Ensembles fest, die vom 19. bis 29. Oktober im Schwetzinger Schloss auftreten.

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Um eine Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter zu ermöglichen, werden die Kontaktdaten der Besuch beim Kauf der Tickets erfasst. „Aus diesem Grund bieten wir diese nur über den SWR Classic Service an und bitten um Verständnis“, so Hoffmann. Wer bereits für den Mai Tickets erworben habe, erhält ab 24. August ein Vorkaufsrecht.

Los geht es am Montag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Rokokotheater mit dem Artemis Quartett. 2019 vollzog das Quartett in Schwetzingen den Übergang in eine neue Ära: Gemeinsam konzertierten diejenigen, die bisher das Ensemble gebildet hatten, mit den beiden Neuen. Die neue Formation hat sich etabliert.

Zukunftsweisende Werke

Ihr Schwetzinger Programm darf als Motto gelten, denn es besteht aus Werken, die in die Zukunft gewiesen haben: Den Rahmen bilden eines der experimentellen Werke Haydns und Beethovens Abschlusswerk des Zyklus, der für seinen neuen Weg in der Kammermusik steht. In der Mitte gibt es eine Komposition, mit der Jörg Widmann nach 14-jähriger Quartettpause einen neuen Zyklus eröffnet, „in dem eine intensive Auseinandersetzung mit der Quartettkunst Beethovens stattfinden wird“.

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Tags drauf folgt das Belcea Quartet im Mozartsaal. Um die Struktur von Beethovens B-Dur-Quartett op. 130 „zu erweitern und offenzulegen“, fügen sie zwischen die Sätze des Beethovenschen Werkes Quartettstücke ganz unterschiedlicher Provenienz ein.

Passend zum Festspiele-Motto „Ideale“ bringen Andreas Grau und Götz Schumacher seit drei Jahrzehnten konträre Ideale am Piano zusammen. So trifft am 21. Oktober im Schloss Hindemiths Streben nach einfachen Formen auf die Komplexität der Großen Fuge. Das Schubert-Oktett am 22. Oktober mit Werken von Strawinsky, Debussy und Schubert und die Quatuor Ébène am 26. Oktober, die sich den äußeren Säulen von Beethovens Quartettschaffen widmet – den frühen und den letzten Werken – setzen weitere Höhepunkte.

Beethoven und seine Vorbilder

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Fabian Müller will am 27. Oktober zwei kompositorische Ideale in Kontrast zueinander setzen: Expansiv ist Charles Ives’ Concord-Sonata, ein Pionierwerk der Moderne, expansiv hingegen ist Beethovens Sonate f-Moll, der Tonart dunkler Leidenschaft, in Form und Emotionalität. Und natürlich der Schwerpunkt Beethoven: An vier Abenden geht’s um seine Sinfonien und Vorbilder. Es spielt die Akademie für Alte Musik aus Berlin.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.