Lesung: Heidelberger Zwinger unterstützt "Save me"-Aktion Benefiz für Flüchtlinge

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Mehr als eine halbe Millionen Illegale leben in Deutschland. Menschen, die sich großen Gefahren aussetzen, um dem aussichtslosen Dasein in ihren Herkunftsländern den Rücken zu kehren und hier von neuem beginnen zu können. Doch dies bleibt in den meisten Fällen ein unerfüllter Traum. Stattdessen führen Flüchtlinge ein Schattendasein inmitten unserer Wohlstandsgesellschaft. Die Kampagne "Save me - eine Stadt sagt ja" initiiert eine Bewegung von unten heraus. Auf Ebene von Städten und Gemeinden wirbt sie für die unbürokratische Neuansiedelung von Flüchtlingen und Patenschaften in der Bevölkerung.

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Zur Unterstützung des Projektes lud der Zwinger3 in Heidelberg zu einem Benefizabend mit einer Lesung von Björn Bickers Theaterstück "Illegal". Clara Tuong, Jean-Michel Räber und Johannes Szilvassy lasen die Protokolle dreier Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, die, getrieben von der ständigen Angst, entlarvt zu werden, jeden Tag aufs Neue um ihr Überleben kämpfen.

Ohne Schutz und einsam

Resignierend sind ihre Ausführungen, aussichtslos ihre Kämpfe. Ohne Arbeitserlaubnis und Krankenversicherung agieren die heimlichen Einwanderer aus Ecuador, Kurdistan und der Ukraine stets im Verborgenen, sind ungeschützt und vor allem allein. Ergreifend machten die ambitionierten Leser auf die bundesdeutsche Wirklichkeit aufmerksam und ließen weder Schauspiel noch Bühnenbild vermissen.

Durch die großartige Choreographie der Stimmen, verdichteten sich die Anliegen der Fallbeispiele zu allgemeingültigen und plastischen Bildern dieser menschlichen Katastrophe und ließ dennoch Raum für ein wenig Hoffnung. db