Bilanz - 25 Kreative haben sich an der Benefizaktion dieser Redaktion beteiligt / Eine Großspende ermöglicht Gagen für Kurzauftritte Aus KulturGut wird ein Online-Festival

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Jörg-Peter Klotz
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„Die Resonanz hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt“, lautet das Fazit von Stefan M. Dettlinger, Leiter des Kulturressorts dieser Redaktion, zur Aktion „KulturGut – wir helfen den Kreativen“. Das Benefizprojekt hat die Redaktion am 25. November ins Leben gerufen, als sich abzeichnete, dass die Novemberhilfen der Regierung zäh fließen würden. Das Ziel: Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen, denen durch die Krise monatelang die Einnahmen wegbrechen. Die Hilfsbereitschaft der Leser war beachtlich, wie eine Umfrage unter den Beteiligten ergab. Fast noch wichtiger war ihnen aber, dass die Aktion dafür gesorgt habe, dass sie durch die Porträtartikel bis Mitte Januar „sichtbar bleiben“, wie es fast alle unisono formulierten.

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Eine über die Commerzbank vermittelte Großspende nach dem Motto „Let The Music Play“ über 10 000 Euro verstetigt die Sichtbarkeit: Sie ermöglicht, dass aus KulturGut ein Online-Festival erwächst. Organisiert vom Verein Kulturnetz Rhein-Neckar, werden am 20. und 21. Februar Kurzauftritte fast aller Teilnehmenden mit drei Kameras aufgezeichnet. Gezeigt wird das Ergebnis voraussichtlich in zwei Teilen ab Anfang März, zunächst exklusiv und kostenlos über das Online-Portal dieser Redaktion. Zwei Wochen später stehen die beiden Shows auch auf YouTube. Alle Mitwirkenden erhalten eine Grundgage.

… und Keyboard-Soundmagier Peter Seiler. © Lehmler / Mardo / Seiler / Dusche

Die kann ab sofort durch Spenden an das Kulturnetz gesteigert werden. Eigentlich wurden über KulturGut kleine Auftritte oder CD-Käufe vermittelt, zumal kaum ein Kreativer einfach Geld ohne Gegenleistung bekommen wollte, wie es Jazz-Saxofonistin Alexandra Lehmler eindrucksvoll formuliert hat. Aber durch das Festival und die Unterstützung des Teams um Kulturnetz-Chef Peter Baltruschat können finanzielle Zuwendungen in jeder Höhe angenommen und auf Wunsch Spendenquittungen ausgestellt werden. Ähnlich wie beim „Jetzt erst recht!“-Festival im Sommer wird jeder gespendete Euro ausgeschüttet und erhöht die Grundgagen der Mitwirkenden.

Nun auch Spenden möglich

Die lassen ein hochklassiges, vor allem abwechslungsreiches Programm erhoffen: Neben einem für Mannheim typischen, bundesligareifen Jazz-Block mit Alexandra Lehmler, Bassist Matthias Debus, Saxofonist Olaf Schönborn sowie den Schlagzeugern Erwin Ditzner und Dirik Schilgen reicht das Spektrum von Pop, Rock und Satire über Klassik bis Literatur.

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Mit dem Dusche-Ensemble der Klapsmühl’, Frederic Hormuth, Improvisations-Spezialist Jens Wienand und Daniel Helfrich sind einige der renommiertesten Kleinkünstler der Region an Bord. Soweit es die knappe Produktionszeit zulässt, werden sich auf der Bühne Kooperationen ergeben. Natürlich in kleinen Formationen, die den Pandemie-Richtlinien entsprechen. Helfrich wird zum Beispiel aller Voraussicht nach Sängerin Susan Horn am Klavier begleiten; eventuell auch Claus Eisenmann, Co-Frontmann der Söhne Mannheims, bei der Hit-Ballade „Und wenn ein Lied“.

Rock-Keyboarder Peter Seiler plant, mit Olaf Schönborn ein Instrumental-Duett aus einem früheren gemeinsamen Bandprojekt neben einer Solonummer. Sängerin Carolin Marquard wird sich eher klassisch orientieren, Andreas Rathgeber zum Akkordeon singen, Ute Schleich spielt Blockflöte, es gibt Lesungen von Petra Scheuermann sowie Silke Ziegler. Und, und, und … Bislang registrierten die Autorinnen, Musikerinnen und Musiker, aber auch die Kabarettisten neben viel Zuspruch durch die Aktion eine leicht gestiegene Nachfrage nach Büchern oder Alben in ihren Online-Shops. Es ergaben sich aber auch Buchungen für „künstlerische Dienstleistungen“. Das Hübscheste: Das Ehepaar Lehmler/Debus nahm ein kleines Digitalkonzert als Geburtstagsgruß auf. Auch das tut der Sichtbarkeit, den Künstlerseelen und dem – kleinen – Publikum gut.

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