Sommerbühne - Alex Mayr tritt im Hallen-Café der Alten Feuerwache Mannheim auf / Selbst geschriebene Popmusik zeigt sich reich an Zwischentönen Alex Mayr tritt im Hallen-Café der Alten Feuerwache Mannheim auf

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Präsentiert Selbstgeschriebenes: die Mannheimerin Alex Mayr. © Rinderspacher

Als Musikerin Alex Mayr Ende Mai das Vorprogramm für Popstar Nena bestritt, beim Zeltfestival Rhein-Neckar auf dem Maimarktgelände, da wies sie darauf hin, dass sie im August bei der Sommerbühne der Alten Feuerwache in Mannheim auftreten werde. Eine gute Gelegenheit, mehr von ihr hören, dachte man damals bei sich - beziehungsweise von den beiden, schließlich steht der Name Alex Mayr nicht nur für die Sängerin, Songschreiberin und Keyboarderin (die zuweilen auch an die Gitarre wechselt), sondern auch für ihre Duo-Projektpartnerschaft mit Schlagzeuger Konrad Henkelüdeke.

Sommerbühne Eindrücke des Konzerts von Alex Mayr

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Tatsächlich gibt es bei dem Konzert, das Regen-halber nicht auf der Freiluftbühne, sondern im gut besuchten Hallen-Café der Feuerwache stattfindet, nicht nur mehr, sondern vor allem auch allerhand Neues zu hören: „Wir haben gerade ein Album fertig gemacht“, berichtet Mayr, was zur Folge hat, dass sich in den knapp eineinhalb Stunden viele Song-Premieren im Liveprogramm wiederfinden, die im Großstadt-Popraum zwischen zarter Melancholie und wirbelndem Übermut klangfarbenreich changieren.

Spannungsreich bis tänzerisch

Darunter etwa die spannungsvolle Pop-Elegie „Wenn sie fällt“, das funkelnd-sprudelnde „Schön kaputt“, das im Heimorgel-Sound eingängig nach vorn geschleuderte „Deine Schuhe“ und das Anti-Jammer- und -Selbstmitleid-Stück „Opferland“.

Mit Blick auf den Debüt-Langspieler, der im kommenden Frühjahr erscheinen soll, dankt Mayr ihrem Musiker-Kollegen Konstantin Gropper: „Ohne den würde es dieses Album tatsächlich nicht geben“, sagt sie über Gropper, mit dem und dessen Musikprojekt Get Well Soon die Sängerin seit 2015 auch live und auf Tonträger zusammenarbeitet. Bei den älteren Alex-Mayr-Stücken freuen wir uns besonders über das treibend-aufgewühlte „Alles schläft“, über „Keine Patte“, das wie im munteren Stolperschritt über ein flatterndes Seil tanzt, und über den im Kreisel-Schwung fein zur Entfaltung gebrachten Song „Hier“.

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„One Way Ticket“ spielt Mayr mit herzhaft verzerrter Gitarre, was fast noise-poppig und ungewohnt ist - und ihr gut zu Gesicht steht.

Das letzte Lied des Abends, „Stück mehr zu Haus“, habe sie ursprünglich einmal für Mannheim geschrieben, wo sie seit zehn Jahren lebt, wie die aus der Nähe von Bremen stammende Absolventin der hiesigen Popakademie erzählt. Dieser urbane Annäherungs-Song bildet zugleich einen liebevoll-melancholischen Abschied, den das Publikum gesanglich mitgestalten darf. Nächstes Jahr, wahrscheinlich im Februar soll es auf Tour sehen, meint Mayr. Das ist eine schöne Nachricht für alle Freunde von ansprechendem, an Zwischentönen reichen Pop.

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