Der Geld-Schnüffler

Schäferhunde haben 220 Millionen Riechzellen, das sind 44 mal mehr als beim Menschen. Dadurch können sie ganz verschiedene Dinge erschnuppern, die uns entgehen.

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Luke ist ein deutscher Schäferhund, drei Jahre alt und hat eine besonders feine Nase. Diese braucht er auch täglich, denn er ist Deutschlands einziger Spürhund der Geld erschnüffeln kann. Luke arbeitet für den deutschen Zoll am Düsseldorfer Flughafen.

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Der Vierbeiner ist richtig gut in seinem Job: Bisher hat er über zwei Millionen Euro Bargeld erschnuppert, das nicht beim Zoll am Flughafen angemeldet war. Die Geld-Eigentümer wurden dafür auch ganz schön bestraft. Denn: „Flugreisende, die mehr als 10 000 Euro auf ihre Reise mitnehmen möchten, müssen diese große Summen zuvor beim Zoll anmelden,“ erklärt Lukes Besitzerin, Zollbeamtin Sabine Mohren. Eine Flugreisende hatte zum Beispiel 22 000 Euro dabei. Das Geld war nicht angemeldet worden und Luke hat es mit seinem feinen Näschen sofort erschnüffelt. Die Frau wurde dafür mit einem Bußgeld bestraft.

Wie macht Luke das eigentlich? Wie kann er Geld erschnüffeln? Kann das jeder Vierbeiner mit seiner feinen Nase? Ja und nein. Hunde zählen zu den sogenannten Nasentieren, haben einen ausgeprägten Geruchssinn und eine unterschiedliche Anzahl an Riechzellen in ihrer Nase sitzen. So hat etwa der Mensch fünf Millionen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund 220 Millionen Riechzellen. Riechzellen sind also genug da, aber nicht jeder Hund kann gut schnüffeln. Sie müssen auch darauf trainiert werden.

Schäferhund Luke fiel seiner Besitzerin Sabine Mohren sofort auf: „Er hat von Anfang an gerne gespielt. Sein grüner Ball ist ihm bis heute besonders wichtig. Er liebt es, dieses Spielzeug zu suchen und dann auch zu finden. Die Freude ist jedes Mal groß.“ Als am Düsseldorfer Flughafen Spürhundenachwuchs gesucht wurde meldete sie Luke an. Der bestand seinen Eingangstest sofort auf Anhieb: „Luke musste auf dem Flughafen und auf verschiedenen Hundeplätzen zeigen wie gerne er spielt und dass er für sein Spielzeug alles andere vergisst. Er hat mit der Suche nie aufgegeben, sogar Töpfe umgeschmissen und Schubladen aufgezogen, um seinen geliebten Ball zu finden.

Unterschiedliche Gerüche

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Und dann ging es für diesen Vierbeiner weiter, denn Luke musste seinen spannenden Job – Bargeld erschnüffeln – erst richtig lernen und hat eine einjährige Ausbildung als „Schnüffelhund“ hinter sich. In der Zollhundeschule lernte er bei verschiedenen Personen nach verborgenem Geld zu suchen. Als Luke diese Prüfung bestanden hatte, ging es für ihn weiter zum Flughafen. Dort gab es für ihn viel mehr Menschen mit vestecktem Geld als in der Zollhundeschule.

Mittlerweile kann Luke alle Sorten Bargeld riechen: „Die verschiedenen Geldscheine haben tatsächlich unterschiedliche aber auch ähnliche Gerüche,“ sagt Sabine Mohren. Euro, Dollar, Pfund, türkische Lira riecht Lukes feine Nase auf Anhieb, denn die Farbtinte und auch das Papier der jeweiligen Geldscheine haben weltweit ähnliche „Duftnoten“. Luke kann natürlich nicht 5000 Euro von 10 000 Euro unterscheiden.

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Wichtig ist immer, dass er sich bemerkbar macht, wenn ein Fluggast größere Summen Bargeld dabei hat. Dann wird dieser bei der Flughafenabfertigung herausgewinkt. Noch „vor Ort“ wird geklärt, um welche Geldsumme es sich handelt und ob diese auch angemeldet ist. Ist dann alles ok darf der Fluggast ungehindert weiterreisen.

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Übrigens: Die Grundvoraussetzung für einen guten Spürhund ist nicht nur sein feines Näschen sondern auch sein ausgeprägter Spieltrieb. Und den zeigt Luke immer wieder: Er liebt seinen grünen Lieblingsball und ignoriert dafür sogar leckere Wurstbrote. Zur Belohnung wird nach einer Suchaktion gespielt.

  • "Erzähl mir was" - Kinder-Edition