Das etwas andere Ostern

Von 
Luisa Klee (10)
Lesedauer: 
Julianna Steinbeck saß in der Lerchenfeldstraße 9 in ihrem Zimmer. In zwei Tagen wird Ostern sein. Sie saß auf ihrem Bett und versuchte sich auf ein Buch Harry Potter und der Gefangene von Askaban zu konzentrieren. Aber es gelang ihr nicht. Auf ihrem Wecker sah sie, dass es 18.30 Uhr war. Eigentlich müsste ihr Vater schon seit einer Stunde zu Hause sein. Langsam machte sie sich Sorgen.

Sonst kam er immer pünktlich! In dem Moment rief eine Stimme: ,,Jule, Noah! Es gibt Abendessen! Euer Lieblingsessen! Spagetti mit Tomatensoße!’’ Das war ihre Mutter. Langsam legte sie ihr Buch weg. Auf der Treppe hörte sie schon ihren Bruder runter rennen.

AdUnit urban-intext1

Schnell sauste Jule ihm nach. Beim Abendessen beklagte sich Jules Mutter über ihre Patienten (Frau Steinbeck arbeitete als Krankenschwester), über ihren Chef, über die Nachbarn und über den Straßenverkehr („Diese Verkehrsraudis sind das allerletzte!“). Nach dem Abendessen war Jules Vater immer noch nicht da.

Ihre Mutter brachte Noah nach oben in das Bett. Wie immer machte er ein riesen Theater („Ich will aber noch eine Folge Feuerwehrmann Sam schauen!“) Jule schnappte sich wieder ihr Buch und setzte sich in ihre Lieblingsecke im Wohnzimmer. Dort konnte sie niemand sehen. Als sie gerade mal geschafft hat, eine halbe Seite zu lesen, hörte sie, dass sich ein Schlüssel im Schloss der Eingangstür umdrehte.

Ihr Vater war endlich da. Sie wollte gerade aufspringen, um ihn zu begrüßen, da hörte sie ihre Mutter fragen: „Hast du sie gefunden?“ – „Wen gefunden?’’, dachte Jule. „Nein, überall sind die Ostereier ausverkauft! Ich war in jedem Geschäft der Stadt“’, antwortete Jules Vater. „Nein! Das darf nicht wahr sein! Ostern ohne Ostereier!“, dachte Jule. „Dann muss Ostern wohl oder übel ausfallen!“, meinte Jules Mutter. „Nein, nein! Das darf nicht wahr sein! Mir muss etwas einfallen!“, dachte Jule die ganze Nacht über. Sie konnte in dieser Nacht kein Auge zu tun.

AdUnit urban-intext2

Am nächsten Morgen hörte Jule ihre Mutter rufen: „Schatz, wir haben noch so viele Weihnachtsmänner, die nicht abgelaufen sind!“ Da kam Jule eine Idee. In dieser Nacht schlief Jule auch nicht, aber nur, weil sie ihr Vorhaben in die in die Tat umsetzen wollte. Am nächsten Morgen wurde Jule mit einem Schrei geweckt: „Mama, Papa, Jule schaut mal, der Osterhase hat uns Weihnachtsmänner gebracht, die noch schmecken!“, rief Noah erfreut. Jule schmunzelte. Sie dachte: „Nicht der Osterhase, sondern der Weihnachtshase!“

  • "Erzähl mir was" - Kinder-Edition