EU-Kommission Von der Leyens Europa-Team

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihre Wunschbesetzung komplett. Noch braucht das Personalpaket die Zustimmung des Europaparlaments, aber planmäßig starten soll die Arbeit am 1. November.

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dpa

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Die Christdemokratin Ursula von der Leyen (60) wurde Mitte Juli vom EU-Parlament gewählt. In Deutschland war sie unter anderem Familien-, Sozial- und Verteidigungsministerin. „Wir werden den Klimawandel angehen, unsere Partnerschaft mit den USA ausbauen, unsere Beziehungen zu China definieren und ein verlässlicher Nachbar sein“, sagte von der Leyen am Dienstag in Brüssel zu den Aufgaben der künftigen Kommission.

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Exekutiv-Präsident, Klimaschutz: Frans Timmermans (58), Niederlande.

Der Sozialdemokrat und ehemalige niederländische Außenminister ist seit 2014 Erster Vizepräsident. Der Diplomat, der sieben Sprachen beherrscht, war bisher unter anderem für Rechtsstaatlichkeit zuständig.

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Exekutiv-Präsident, Wirtschaft, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion: Valdis Dombrovskis (48), Lettland.

Der Christdemokrat ist seit 2014 einer der Kommissionsvizepräsidenten, bisher zuständig für den Euro. Vorher war er von 2009 bis 2013 lettischer Regierungschef.

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Exekutiv-Präsidentin, Wettbewerb und Digitales: Margrethe Vestager (51), Dänemark.

Die Liberale bekommt als „exekutive Vizepräsidentin“ eine besondere Stellung. Als Wettbewerbskommissarin hat sie sich unter anderen Google, Facebook und Amazon vorgeknöpft. In Dänemark war die studierte Ökonomin vorher Bildungs-, Wirtschafts- und Innenministerin.

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Vize-Präsidentin, Demokratie und Demografie: Dubravka Suica (62), Kroatien.

Mitglied der konservativen Regierungspartei HDZ, war seit 2013 Europaabgeordnete – also seit dem EU-Beitritt ihres Landes. Zuvor war die Deutsch- und Englischlehrerin Bürgermeisterin von Dubrovnik.

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Vize-Präsident, EU-Außenbeauftragter: Josep Borrell (72), Spanien.

Der Sozialist und Ökonom ist seit Juni 2018 spanischer Außenminister. Zuvor hatte er seit Ende der 1970er Jahre diverse Regierungsposten und war von 2004 bis 2007 Präsident des EU-Parlaments.

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Vize-Präsident, Interinstitutionelle Beziehungen: Maros Sefcovic (53), Slowakei.

Seit 2009 Mitglied der EU-Kommission und seit 2010 einer ihrer Vizepräsidenten. Zuletzt war er für die Energieunion zuständig. Der Jurist mit langjähriger diplomatischer Erfahrung ist formell parteilos, steht aber den Sozialdemokraten nahe.

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Vize-Präsident, „Schutz dessen, was Europa ausmacht“: Margaritis Schinas (57), Griechenland.

Der Jurist aus Thessaloniki ist seit 1990 Karrierebeamter bei der EU-Kommission – unterbrochen von 2007 bis 2009 durch ein Mandat als EU-Abgeordneter der konservativen Partei Nea Dimokratia. 2014 wurde er Chefsprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

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Vize-Präsidentin, Werte und Transparenz: Vera Jourova (55), Tschechien.

Zuletzt EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung. Sie setzte sie sich für strengere Regeln für Technologieriesen wie Facebook und Airbnb ein. Jourova ist Mitbegründerin der populistischen Partei ANO von Ministerpräsident Andrej Babis, die zur liberalen Fraktion im EU-Parlament gehört.

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Kommissar für Beschäftigung: Nicolas Schmit (65), Luxemburg.

Der Sozialdemokrat war Luxemburgs Botschafter bei der EU und von 2009 bis 2018 Arbeitsminister. Im Mai 2019 wurde er ins Europaparlament gewählt. Schmit hätte schon 2014 EU-Kommissar werden sollen, musste aber wegen Junckers Ernennung zum Kommissionspräsidenten verzichten.

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Kommissarin für Bürgerrechte und Gleichstellung: Helena Dalli (56), Malta.

Die Sozialdemokratin ist langjährige Abgeordnete im Parlament des Inselstaates. Von 2013 bis 2017 war die promovierte Soziologin Sozial- und Verbraucherschutzministerin, danach Ministerin für EU-Angelegenheiten sowie Gleichberechtigung.

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Kommissar für die EU-Erweiterung: Laszlo Trocsanyi (63), Ungarn.

Trocsanyi von der rechtspopulistischen Fidesz-Partei war bis Juni Ungarns Justizminister und ist seither EU-Abgeordneter. Zuvor war der Jura-Professor zeitweise Botschafter in Brüssel und Paris und Verfassungsrichter. Er trug umstrittene und inzwischen gestoppte Justizreformen der Regierung Viktor Orbán mit.

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Kommissar für Handel: Phil Hogan (59), Irland.

Der Christdemokrat ist seit 2014 EU-Agrarkommissar. Anfang der 1980er Jahre hatte der Ökonom vorübergehend den Bauernhof seiner Familie geführt, bevor er Parlamentsabgeordneter und später unter anderem Umweltminister wurde.

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Kommissar für Haushalt und Verwaltung: Johannes Hahn (61), Österreich.

Hahn ist seit zehn Jahren EU-Kommissar, zuletzt zuständig für Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik mit Blick auf den Westbalkan. Der Politiker der konservativen ÖVP war vor der Brüsseler Zeit Wissenschaftsminister. Früher war er unter anderem bei einem Glücksspielkonzern tätig.

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Kommissarin für Industriepolitik, Binnenmarkt und Verteidigungsindustrie: Sylvie Goulard (54), Frankreich.

Die Liberale war zuletzt Vizegouverneurin der französischen Zentralbank und vorher lange EU-Abgeordnete. 2017 machte Staatschef Emmanuel Macron sie zur Verteidigungsministerin, doch trat Goulard wegen Vorwürfen der Scheinbeschäftigung gegen die Partei Mouvement démocrate nach nur einem Monat zurück. Gegen sie wird noch ermittelt.

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Kommissarin für Inneres: Ylva Johansson (55), Schweden.

Die Sozialdemokratin war bisher Arbeitsmarktministerin, hatte vorher aber auch schon andere Ministerämter. Nach ihrem Lehramtsstudium in Lund arbeitete sie früher als Mathe-, Physik- und Chemielehrerin.

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Kommissarin für Innovation und Jugend: Marija Gabriel (40), Bulgarien.

Seit Juli 2017 als jüngstes Mitglied der EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker zuletzt für das Ressort Digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständig. Zuvor war die Philologin von 2009 bis 2017 Europaabgeordnete. Gabriel gehört zur bürgerlichen Partei GERB.

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Kommissarin für Internationale Partnerschaften: Jutta Urpilainen (44), Finnland.

Früher Vorsitzende der finnischen Sozialdemokraten und Finanzministerin. Doch musste die studierte Pädagogin die Parteiführung 2014 an den heutigen Ministerpräsidenten Antti Rinne abgeben. Urpilainen ist die erste weibliche Kommissarin aus Finnland.

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Kommissar für Justiz und Rechtsstaatlichkeit: Didier Reynders (61), Belgien.

Der Liberale ist seit 2011 belgischer Außenminister. Zuvor war er viele Jahre Finanzminister und Vize-Premier. Zuletzt sondierte Reynders im Auftrag des belgischen Königs für eine mögliche neue Regierung nach der Parlamentswahl vom Mai.

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Kommissarin für „Kohäsion“ und Reformen: Elisa Ferreira (63), Portugal.

Zuletzt Vize-Gouverneurin der portugiesischen Zentralbank. Die Sozialistin war in den 1990er Jahren unter anderem Umweltministerin, später Abgeordnete im nationalen und im europäischen Parlament.

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Kommissar für Krisenmanagement: Janez Lenarcic (51), Slowenien.

Der Karrierediplomat war nicht nur Botschafter seines Landes bei der EU, sondern auch Vertreter bei der OSZE und den Vereinten Nationen. Zwischendurch war er Berater des Außenministeriums und der Regierung.

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Kommissar für Landwirtschaft: Janusz Wojciechowski (64), Polen.

Er gehört zur rechtskonservativen Regierungspartei PiS, ist ursprünglich Richter und leitete lange den polnischen Rechnungshof, bevor er 2004 EU-Abgeordneter wurde. Wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Reisekostenabrechnungen während seiner Zeit im Europaparlament ermittelt die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf gegen ihn.

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Kommissarin für Verkehr: Rovana Plumb (59), Rumänien.

Vizepräsidentin der in Rumänien regierenden Sozialdemokratischen Partei. Sie war von 2009 bis 2012 EU-Abgeordnete und danach bis April 2019 Ministerin in verschiedenen Ressorts. Im September 2017 erhob die Staatsanwaltschaft gegen sie den Vorwurf des Amtsmissbrauchs. Die Ermittlungen laufen.

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Kommissar für Wirtschaft: Paolo Gentiloni (64), Italien.

Der Sozialdemokrat war in Italien mehrfach Minister und schließlich von Ende 2016 bis 2018 Regierungschef. Nach dem Start der Populistenkoalition in Rom blieb er bis zum erneuten Regierungswechsel Abgeordneter der Partei PD. Der Römer hat Politikwissenschaften studiert und spricht fließend Englisch.

© Giuseppe Lami/DPA