NTM-Song-Opernpremiere "Dark Spring" liefert starke Bilder

Mannheim. Die erste Premiere am Nationaltheater Mannheim seit Mitte März - und dann gleich die Uraufführung einer Song-Oper, die Musiktheater neu denkt.

Bild 1 von 10

Hans Thomallas "Dark Spring" handelt von vier jungen Menschen, die unter Druck stehen (Shachar Lavi als Wendla).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 2 von 10

Eine Song-Oper hat der sympathische Thomalla das Werk genannt. Das klingt nach Popkultur, nach Sex, Crime and Rock ’n’ Roll, was das düstere „Dark Spring“ (nach Wedekinds sexualisierter Kindertragödie „Frühlings Erwachen“) auch ein bisschen ist (v. l.: Anna Hybiner (Ilse), Shachar Lavi (Wendla), Christopher Diffey (Melchior) und Magid El-Bushra (Moritz).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 3 von 10

„Ich habe Lust auf Publikum“, sagt Thomalla im Gespräch mit dieser Redaktion. Grundlage des Werks ist Frank Wedekinds moderner Klassiker "Frühlings Erwachen" (Oben: Christopher Diffey als Melchior, unten Magid El-Bushra als Moritz).

© Hans Jörg Michel / NTM
AdUnit urban-gallery1

Bild 4 von 10

„Dark Spring“, also düsterer Frühling, beginnt denn auch mit einer Art As-Dur-Tonleiter, die in einem Mischklang endet und dem Satz der Protagonistin Wendla: „This dress is not too short“, dieses Kleid ist nicht zu kurz (Shachar Lavi als Wendla).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 5 von 10

Man ahnt, worum es geht: Um vier Teenager im reifenden Alter, die den „spätkapitalistischen Anforderungen einer ständigen Ich-Optimierung“ ausgesetzt sind und unter Erfolgsdruck, Popularitätsranking des Freundeskreises und nicht zuletzt „dem Druck zu einer perfekten Performance in Sexualität und Intimität leiden.“ So beschreibt es Thomalla selbst in einem Text (Oben: Magid El-Bushra als Moritz), unten v. l.: Shachar Lavi als Wendla und Christopher Diffey als Melchior).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 6 von 10

„Ich will auch Oper für junge Menschen machen, und dazu brauche ich auch junge Protagonisten. Das Thema interessiert mich schon seit langem“, sagt Thomalla, selbst Vater zweier Jugendlicher (l.: Christopher Diffey als Melchior und Magid El-Bushra als Moritz / Gast).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 7 von 10

Die Bilder von Regisseurin Barbora Horáková Joly findet Thomalla „viel schöner als die, die ich im beim Komponieren im Kopf gesehen habe“, sagt er (Oben v. l.: Shachar Lavi als Wendla und Christopher Diffey als Melchior, unten v. l.: Magid El-Bushra als Moritz und Anna Hybiner als Ilse).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 8 von 10

Offenbar arbeitet die Regisseurin auch stark mit Videoprojektionen (Hinten v. l.: Anna Hybiner als Ilse, Shachar Lavi als Wendla, Christopher Diffey als Melchior und Magid El-Bushra als Moritz, vorne: Alan Pierson).

© Hans Jörg Michel / NTM

Bild 9 von 10

Die jungen Menschen sind auch auf der Suche nach Identität (Magid El-Bushra als Moritz).

© Hans Jörg Michel / NTM

Mehr zum Thema

NTM spielt wieder (mit Fotostrecke) Thomallas Sex-and-Drugs-Oper "Dark Spring" eröffnet die Saison

Mit Hans Thomallas Song-Oper "Dark Spring" nach Frank Wedekind hat das Opernhaus am Nationaltheater Mannheim nach sechs Monaten Schließung den Betrieb wieder aufgenommen - mit einer so finsteren wie bemerkenswerten Uraufführung.

Veröffentlicht
Von
Stefan M. Dettlinger
Mehr erfahren

Bild 10 von 10

Musikalisch versucht Thomalla so etwas wie die Quadratur des Kreises: Avantgardistisches stellt er neben periodische Rhythmen, die von zwei Drumsets, Synthesizer, Bass und teils auch verzerrter E-Gitarre getrieben werden, er mixt eher nach Brecht/Weill klingenden Sprechgesang „ohne Stütze“ mit operalen Momenten und lässt in die songartigen Arien immer wieder eine „rohe, ungeformte Klanglichkeit“ durchbrechen, wie er sich ausdrückt (v. l.: Shachar Lavi als Wendla), Magid El-Bushra als Moritz), Christopher Diffey als Melchior und Anna Hybiner als Ilse, vorne: Alan Pierson).

© Hans Jörg Michel / NTM
AdUnit urban-gallery2